Wie entsteht Neues? Manchmal, indem man ganz von vorne anfängt. Sehr oft aber auch, indem vorhandenes Wissen, Erfahrungen und Technologien neu gedacht werden. Beim 9. Treffen des Netzwerks Zukunft MEO bei Everllence in Oberhausen wurde ziemlich anschaulich, was das mit Transformation und Zukunftsfähigkeit zu tun hat.
Für die meisten der Teilnehmenden begann der Vormittag deshalb nicht im Veranstaltungsraum, sondern mitten im Werk. Bei einer Führung durch die Produktion gab Everllence Einblicke in Technologien und Entwicklungen – und zeigte dabei auch, wie Lösungen, die ursprünglich einmal für ganz andere Zwecke entwickelt wurden, heute die Grundlage für neue und nachhaltigere Anwendungen bilden können.
Zukunft entsteht eben nicht bei null.
Wie wird aus Veränderung Zukunftsfähigkeit?
Nach der Werksführung ging es vom konkreten Beispiel in die Diskussion. Simone Stachelhaus von der IHK zu Essen sprach mit Thomas Polkas von Everllence und Annette Karsten von Zukunft durch Industrie über Wandel, Transformation und die Frage, was Unternehmen brauchen, um auch künftig erfolgreich zu sein. Prof. Dr. Stefan Tewes von der Future Business Group brachte weitere Perspektiven ein und ordnete die Diskussion ein.
Natürlich ging es dabei um Industrie und neue Technologien – aber auch um die Rahmenbedingungen, unter denen Innovation überhaupt stattfinden kann. Eine der Erfahrungen aus der Praxis: Unternehmen sind mit neuen Entwicklungen teilweise schon weiter, während notwendige Genehmigungen noch auf sich warten lassen.

Zukunft beginnt auch in der Schule
Die Diskussion blieb aber nicht lange allein bei Unternehmen und Industrie. Denn wenn Kreativität, Innovationsfähigkeit und die Offenheit für Neues entscheidend für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes sind, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie bereiten wir junge Menschen darauf vor?
Braucht es dafür neue Schulfächer? Vielleicht nicht. Dafür aber mehr Praxis, andere Formen der Wissensvermittlung und Beispiele, die Neugier wecken und Zusammenhänge greifbar machen.
Auch das gehört zur Zukunftsfähigkeit: Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern Lust darauf zu machen, es anzuwenden, weiterzudenken und daraus Neues entstehen zu lassen.
Eine Frage der Wahrnehmung
Dass ein Perspektivwechsel manchmal schon im eigenen Kopf beginnt, zeigte anschließend Mentalist Andreas Ocklenburg. Auf ebenso unterhaltsame wie verblüffende Weise machte er erlebbar, wie individuell Wahrnehmung sein kann – und dass wir längst nicht immer so objektiv auf die Welt schauen, wie wir vielleicht glauben.
Ein passender Übergang vom Zuhören zum eigenen Mitdenken.


Wie kann jeder Einzelne Veränderung gestalten?
Mit dieser Frage ging es anschließend an die Tische:
„Wie kann jeder Einzelne Veränderung gestalten?“
Und dort zeigte sich wieder einmal, wofür Zukunft MEO gedacht ist. Menschen aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen kamen miteinander ins Gespräch, teilten Erfahrungen und diskutierten ihre ganz unterschiedlichen Sichtweisen.
Die Gespräche liefen so gut, dass es am Ende gar nicht so einfach war, sie wieder zu beenden.

- Jeder von uns kann Veränderung vorleben
- Step by step, konkret
- Blick auf die Herausforderung: Was steht an?
- Kleine Schritte
- Vorleben
- Kommunikation
- Selber denken, lehren und lernen
- Wissen zur Veränderung
- Strukturiert Zeit nehmen
- Altes bewahren
- Klarheit, sonst Angst
- Vertrauen in Nutzen der Veränderung
- Jeder sollte oder MUSS sich einbringen
- Wertesystem loslassen
Der Austausch geht weiter
Denn genau darum geht es bei Zukunft MEO: nicht um fertige Antworten auf jede Zukunftsfrage, sondern um neue Perspektiven, Impulse und Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen.
Vielen Dank an Everllence für die Gastfreundschaft, die Werksführung und die offenen Einblicke – und natürlich an alle, die dabei waren und mitgedacht, mitdiskutiert und ihre Erfahrungen geteilt haben.