
Kommunale Kosten und Leistungen, innerstädtische Verkehrsverhältnisse, behördliche Reaktionszeiten oder die Ausbildungsreife von Schulabgängern: Wir wollten es in den vergangenen Wochen genau wissen und haben die Unternehmen in Mülheim gefragt. Wie bewerten sie den Standort Mülheim? Die Ergebnisse haben wir im Rahmen unseres Wirtschaftsgesprächs im Theater an der Ruhr präsentiert. IHK-Geschäftsfeldleiterin Friederike Groß-Böcker moderierte den Abend.
„Nur so können wir der Wirtschaft Gehör verschaffen“
„Wir wollen über Mülheim sprechen. Über die Stärken und Schwächen, über Forderungen aus der Wirtschaft und im Besonderen über die Ergebnisse unserer Umfrage“, betonte unsere Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß in ihrer Begrüßung. Ein Dankeschön richtete sie zudem an alle Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben. „Nur so können wir der Wirtschaft Gehör verschaffen.“
Im Gespräch zwischen Wirtschaft und Politik, an dem auch Oberbürgermeister Marc Buchholz teilgenommen hat, wurden die Stärken und Schwächen des Standorts diskutiert.

Schulnote 3,1 für den Standort Mülheim und hohe kommunale Kosten als besondere Last für Unternehmen
„Vor zwei Jahren war die Beurteilung mit der Gesamtnote 2,9 noch positiver. Besonders negativ fällt das Urteil bei den Grundsteuer- und Gewerbesteuerhebesätzen aus. Hier sehen wir einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für den Standort Mülheim. Denn hohe kommunale Kosten belasten die betroffenen Unternehmen und verringern die Standortqualität“, hob Groß-Böcker hervor. „Hinzu kommt die Note ausreichend für die Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren. Nur mit einem konsequenten Bürokratieabbau können wir hier langfristig Verbesserungen erzielen. Ebenfalls signifikant ist die abnehmende Zufriedenheit beim Straßen- und Autobahnnetz: Von einer glatten 2,0 geht es runter auf eine 2,4.“
»Nur mit einem konsequenten Bürokratieabbau können wir hier langfristig Verbesserungen erzielen.«
Positive Bewertungen für Freizeitangebote sowie die Verkehrsanbindungen an das Straßen- und Autobahnnetz
Bei den befragten Unternehmen punktet der Standort Mülheim vor allem mit den Naherholungs- und Freizeitangebote (Note 2,7) sowie den Verkehrsanbindungen an das Straßen- und Autobahnnetz (Note 2,4). „Hier überzeugt der Standort und hat in den vergangenen Jahren erfolgreich an einigen wirtschaftspolitischen Stellschrauben gedreht“, resümierte Groß-Böcker.
Leistungsfähige Infrastruktur als zentraler Faktor
Bei den drei wichtigsten Faktoren für die Ansiedlungsentscheidung eines Unternehmens ergab sich ein klares Bild. Zentraler Faktor ist aus Sicht der Mülheimer Wirtschaft eine leistungsfähige Infrastruktur (72%), dicht gefolgt von der Höhe der kommunalen Kosten (69%). „Die Anforderungen unserer Unternehmen sind eindeutig: Wirtschaft muss bezahlbar und erreichbar sein. Hier wünschen sich die Befragten in Mülheim steuerliche Entlastungen und eine leistungsfähige Infrastruktur“, fasste Groß-Böcker die Ergebnisse zusammen.
Im Anschluss folgte ein offener Dialog mit Oberbürgermeister Marc Buchholz sowie IHK-Präsident Gerd Kleemeyer, an dem sich die mehr als 40 Gäste aktiv beteiligen konnten.




