Collettis
Reisen bildet, inspiriert und erweitert den Horizont. Und manches Mal ist die Inspiration so groß, dass sie einen nicht mehr loslässt. So ging es auch Lena Collett. Die heute 26-Jährige zog es nach dem Abitur erst einmal raus in die Welt. USA, Fidschi, Australien – über acht Monate war sie unterwegs, viel gesehen und erlebt, aber am meisten beeindruckt hat sie Bali.
© IHK/Christian Hövelmann»Da habe ich mich einfach gefragt, wieso es so etwas noch nicht bei uns gibt […].«
Lena Collett
Inhaberin von Collettis
Bali und eine Idee, die blieb
Die Warmherzigkeit und Freundlichkeit der Menschen dort haben es ihr angetan. Und die vielen stylischen Frühstücks-Cafés auf Bali, in denen man den ganzen Tag verweilen und vor allem nicht nur bis zum Mittagstisch Frühstück bestellen kann. „Da habe ich mich einfach gefragt, wieso es so etwas noch nicht bei uns gibt, wieso das noch keiner gemacht hat? Damals waren solche Cafés noch sehr, sehr neu“, sagt Lena Collett, Inhaberin von Collettis.
Mit Erfahrung zur eigenen Gründung
Zurück zu Hause studierte sie dann erst einmal Tourismus-, Event- und Hotelmanagement, „um etwas in der Hand zu haben“ und weil sie sich zu jung fühlte, um den Schritt in eine Selbstständigkeit zu wagen. Aus ihrem Nebenjob in einer Eisdiele ergab sich dann die Möglichkeit, auf Franchise-Basis den ersten Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Drei Jahre lang betrieb sie eine Eisdiele in Mülheim an der Ruhr, bevor sie sich im Mai letzten Jahres dann ihren großen Traum erfüllte: ein eigenes Frühstücks-Café! Die Renovierung des Ladenlokals stemmte sie fast ausschließlich mit Unterstützung ihrer Familie und Freunden, und herausgekommen ist ein Ort, an dem man bleiben möchte, nicht nur zum Frühstück.
Herzlichkeit, die man spürt
Lena und ihr Team strahlen genau die Herzlichkeit und Wärme aus, die sie auf Bali so begeistert hat. Das gute Klima untereinander ist spürbar und gibt ein Wohlfühlgefühl. Nicht umsonst reisen die Gäste aus Essen, Bochum oder Düsseldorf an, um einen Matcha-Tee zu trinken, eine gesunde Bowl oder ein klassisches Brot mit Ei zu essen. Oder eben einfach ein leckeres Stück Kuchen.
Dabei steht Lena Collett auch selbst in der Küche oder eben am Tresen. Mittlerweile hat sie zwar ein 12-köpfiges Team, aber wenn Not am Mann ist, dann ist Frau da.
„Ich habe wirklich Glück mit meinen Mitarbeitenden! Zum Beispiel das Küchenteam: Am Anfang haben wir noch zusammen überlegt und ausprobiert, mittlerweile kreieren sie ganz allein tolle neue Gerichte und Getränke!“
© IHK/Christian HövelmannKein Platz für Frust, nur für Leidenschaft
Abends und am Wochenende sind dann noch Bestellungen und Buchhaltung fällig, da bleibt nicht viel Zeit für ein Privatleben. Ein ziemlicher hoher Preis, den Lena als junger Mensch zahlt. Während Gleichaltrige die Nächte durchtanzen, ist sie froh über jede Stunde Schlaf, denn am nächsten Morgen öffnet der Laden wieder seine Türen. Familie und Freunde sieht Lena dann auch fast ausschließlich im Café. Eigentlich eingeladen auf einen Cappuccino, packen alle dann aber meistens doch immer mit an. Denn: Zu tun gibt’s immer was. Aber von Frust keine Spur – die junge Unternehmerin weiß schon sehr lange, was es heißt, ihre eigene Chefin zu sein und will nichts anderes machen.
Events, die verbinden
Sehr gut angenommen werden auch die Events, von Yoga, über Pilates bis hin zum Valentinstags-Special. „Wir haben Fingerfood für Events in Läden um uns herum gemacht, wenn die ihren Kunden etwas Besonderes in den Abendstunden geboten haben. Das waren immer sehr schöne Veranstaltungen, das wollte ich dann auch anbieten“, erzählt sie. Inspiriert davon und von ihren Gästen, die sich im Café kennenlernen und finden und sich ein Mehr an gemeinsamer Zeit gewünscht haben, hat sich das etabliert und für 2026 ist mindestens ein Event pro Monat geplant.
Und wie soll es weitergehen?
„Ich wünsche mir schon auf jeden Fall einen zweiten Laden. Das wäre der nächste Schritt und das reizt mich auch. Ich hab‘ schon einige Ideen im Kopf. Mal schauen, was sich wie ergibt.“


