Ausgabe 02/2026: Unser Themenschwerpunkt – Teil 1
Sicherheit und Verteidigung sind längst keine Themen mehr, die ausschließlich Politik, Bundeswehr oder Sicherheitsbehörden betreffen. Geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, hybride Bedrohungen und die zunehmende Bedeutung Kritischer Infrastrukturen wirken sich direkt auf Unternehmen und Wirtschaftsstandorte aus. Gerade in der MEO-Region mit ihrer starken Industrie, leistungsfähigen Logistik und zahlreichen innovationsgetriebenen Unternehmen gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsfelder und Chancen für Betriebe, die mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Technologien zur Sicherheit und Resilienz unserer Gesellschaft beitragen. Zwei Beispiele aus der Region zeigen, wie Unternehmen diese Entwicklung aktiv gestalten: Die INFINTEQ GmbH aus Mülheim an der Ruhr entwickelt autonome Systeme für Sicherheits- und Aufklärungsaufgaben. Die CONDOR-Gruppe aus Essen verbindet langjährige Erfahrung in der Sicherheitswirtschaft mit modernen Technologien wie Drohnensystemen.
Das ausführliche Unternehmensporträt über die INFINTEQ GmbH finden Sie hier und das Unternehmensporträt über die CONDOR-Gruppe hier.
Ausgabe 02/2026: Unser Themenschwerpunkt – Teil 2
Unternehmenssicherheit darf kein Randthema sein
Ein Vormittag wie jeder andere und dann: Dunkelheit. In Berlin legte ein großflächiger Stromausfall Teile der Stadt lahm. Für etwa 2.200 Unternehmen kam der Stillstand überraschend, obwohl er längst kein theoretisches Szenario mehr ist. Der Stromausfall in Berlin hat uns vor Augen geführt, wie trügerisch unsere vermeintlichen Sicherheiten sind. Innerhalb kürzester Zeit funktionierte nichts mehr wie gewohnt: Zulieferungen verzögerten sich, Logistikprozesse stockten, die Kundenkommunikation brach teilweise ab. Produktionsausfälle, Maschinenschäden oder Datenverluste können binnen Stunden hohe Schäden verursachen.
Laut einer DIHK‑Erhebung aus dem Jahr 2024 verursachen Stromausfälle bei fast jedem zweiten Betrieb Mehrkosten von bis zu 10.000 Euro, häufig sogar deutlich mehr. Trotzdem verfügen viele Unternehmen noch immer nicht über klar definierte Krisen‑ oder Notfallprozesse. Zuständigkeiten sind unklar, Ressourcen fehlen, Risiken werden unterschätzt.
Eine Krise kann jederzeit auch Unternehmen in der MEO‑Region treffen. Denn wir leben in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Die sicherheitspolitische Zeitenwende ist Realität, steigende Energiepreise und Störungen der Lieferketten prägen die aktuelle Lage vieler Unternehmer.
Die Botschaft ist eindeutig: Resilienz ist kein Buzzword. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung, um handlungsfähig, wettbewerbsfähig und vertrauenswürdig zu bleiben. Und genau dabei unterstützen wir Sie.
Hier geht’s zur Gesamtauswertung der DIHK-Erhebung.
Resilienz als Gemeinschaftsaufgabe: Stadt und Wirtschaft im Schulterschluss
Die Stadt Essen hat frühzeitig Vorsorge getroffen und Resilienz strategisch verankert. Im Interview erläutert Christian Kromberg, Beigeordneter für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt Essen, warum Resilienz heute mehr ist als Katastrophenschutz und weshalb die Wirtschaft dabei eine Schlüsselrolle spielt.
1. Die Stadt Essen hat früh einen Katastrophenschutzbedarfsplan erstellt. Was waren die Gründe und wie hat sich der Blick auf Resilienz verändert?
Christian Kromberg: Der frühe Fokus ergab sich aus der nüchternen Erkenntnis, dass kommunale Leistungsfähigkeit sich in der Krise beweist – und dass Improvisation allein kein tragfähiges Konzept mehr ist. Als verdichteter Energie-, Logistik- und Gesundheitsstandort ist Essen strukturell exponiert. Der Katastrophenschutzbedarfsplan 2022 war daher ein bewusster Schritt weg vom Prinzip „es wird schon gut gehen“ hin zu systematischer Vorsorge. Seither hat sich unser Verständnis von Resilienz deutlich erweitert: weg von reaktiver Gefahrenabwehr, hin zu einem gesamtstädtischen Ansatz. Resilienz ist heute Systemleistung – getragen von Verwaltung, KRITIS-Akteuren und Gesellschaft.
2. Welche Bedrohungslagen bewertet die Stadt Essen aktuell als besonders relevant für die Region und welche grundlegenden Aufgaben übernimmt die Stadt in der Vorbereitung und Bewältigung solcher Krisen?
Christian Kromberg: Wir sehen ein breites Spektrum relevanter Lagen: langanhaltende Stromausfälle, Extremwetter, Versorgungsengpässe, terroristische Ereignisse sowie hybride Bedrohungen. Hinzu kommen Szenarien aus dem Bereich der zivilen Verteidigung. Unsere Aufgabe ist es, diese Risiken systematisch zu analysieren, Vorsorgestrukturen aufzubauen und im Ereignisfall handlungsfähig zu bleiben. Dazu gehören belastbare Führungsstrukturen, funktionierende Kommunikation, gesicherte Ressourcen sowie die Fähigkeit, kritische Infrastrukturen und die Bevölkerung zu schützen.
3. Welche Rolle spielt dabei die Wirtschaft?
Christian Kromberg: Ohne die Wirtschaft ist Resilienz nicht herstellbar. Betreiber Kritischer Infrastrukturen sind zentrale Akteure im System. Wir setzen daher auf enge Vernetzung, etwa im Kommunalen Sicherheitsrat. Erwartet wird Transparenz über Abhängigkeiten, aktive Mitwirkung an Planungen und die Bereitschaft, eigene Resilienzmaßnahmen zu stärken. Ziel ist ein belastbares Netzwerk, das auch unter Stress funktioniert.
Hier geht’s zu weiteren Informationen rund um den Essener Sicherheitsrates.
Verantwortung verstehen
Sicherheit ist ein viel genutzter Begriff – und genau darin liegt ein Risiko. Denn je nach Kontext ist Unterschiedliches gemeint. Unklare Abgrenzungen führen zu falschen Erwartungen, unpassenden Maßnahmen und letztlich zu einer geschwächten Handlungsfähigkeit von Unternehmen. Wichtig ist dort Klarheit zu schaffen, wo Missverständnisse besonders folgenreich sind.
Gesamtverteidigung beschreibt in Deutschland, wie Staat, Gesellschaft und Wirtschaft gemeinsam widerstandsfähig gegenüber Krisen und Bedrohungen werden sollen. Dafür greifen militärische und zivile Maßnahmen ineinander. Dazu zählen neben der Landes‑ und Bündnisverteidigung insbesondere Zivilschutz, der Schutz kritischer Infrastrukturen, eine gesicherte Versorgung sowie die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Wirtschaft ist dabei ein zentraler Pfeiler der Gesamtverteidigung, weil Unternehmen Produktions- und Lieferketten, Logistik, Energie, IT-Sicherheit und Grundversorgung sicherstellen.
Was bedeutet Resilienz im Unternehmenskontext?
Resilienz wird häufig auf Notfallpläne, Krisenreaktionen oder IT‑Backups reduziert. Das greift zu kurz. Resilienz bedeutet nicht, Störungen zu verhindern, sondern trotz Störungen handlungsfähig zu bleiben. Resiliente Unternehmen antizipieren Entwicklungen, halten Belastungen aus und passen ihre Abläufe an veränderte Rahmenbedingungen an. Business‑Continuity‑Management und Krisenpläne sind Werkzeuge, Resilienz ist die dahinterliegende Fähigkeit.
Unternehmenssicherheit, Wirtschaftsschutz und Wirtschaftssicherheit
Ebenso folgenreich ist die Verwechslung von Unternehmenssicherheit und Wirtschaftsschutz. Wirtschaftsschutz ist ein staatlicher Auftrag: Er schützt die Volkswirtschaft und übergeordnete Strukturen. Unternehmenssicherheit hingegen liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Betriebs. Wirtschaftssicherheit beschreibt darüber hinaus die strategische Reaktion von Unternehmen auf geoökonomische Risiken, etwa durch Anpassungen von Lieferketten, Investitionen und Geschäftsstrategien oder eigene der Entwicklung eigener Sicherheitskonzepte.
Wirtschaftskriminalität oder wirtschaftsbezogene Kriminalität?
Auch hier lohnt die Differenzierung. Wirtschaftskriminalität beschreibt Straftaten aus dem Unternehmen heraus, etwa durch Mitarbeitende oder interne Strukturen. Wirtschaftsbezogene Kriminalität richtet sich von außen gegen Unternehmen.
Erfahrungen zeigen: Sicherheitslücken entstehen häufig nicht durch äußere Angriffe, sondern durch innere Schwachstellen.
KRITIS ist kein Gefühl, sondern ein Gesetz
Nicht zuletzt wird der Begriff KRITIS oft missverstanden. Kritische Infrastrukturen sind gesetzlich definiert. Nicht jedes wichtige Unternehmen ist KRITIS und Nicht‑KRITIS bedeutet nicht, nicht betroffen zu sein. Gerade Abhängigkeiten und Lieferketten machen viele Unternehmen sicherheitsrelevant, ohne formal KRITIS zu sein.
Diese begriffliche Klarheit ist der Ausgangspunkt jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit unternehmerischer Sicherheit. Alles Weitere baut darauf auf.
Welche Bedrohungen Unternehmen heute tatsächlich betreffen
Die sicherheitspolitische und wirtschaftliche Lage hat sich spürbar verändert. Krieg in Europa, internationale Spannungen, gezielte Einflussnahme, Energie und Rohstoffabhängigkeiten sowie eine neue Qualität von Cyberangriffen prägen den Unternehmensalltag. Diese Entwicklungen wirken direkt in betriebliche Entscheidungen ein. Sie sind einer der Hauptgründe, warum sich Unternehmen heute intensiver mit ihrer eigenen Sicherheit und Resilienz auseinandersetzen als noch vor wenigen Jahren.
Häufig richtet sich der Blick zunächst auf digitale Gefahren und das aus gutem Grund. Cyberangriffe, Datendiebstahl oder digitale Erpressung verursachen immense Schäden. Sicherheit darauf zu reduzieren, greift jedoch zu kurz. Für viele Unternehmen entstehen Belastungen dort, wo Abhängigkeiten, Strukturen und Verantwortlichkeiten nicht ausreichend hinterfragt wurden.
Wo Bedrohungen beginnen
Bedrohungen zeigen sich oft zuerst im unmittelbaren Umfeld: am eigenen Standort. Sachbeschädigungen, Ladendiebstahl, wiederkehrender Vandalismus oder eine schleichende Verschlechterung der Aufenthaltsqualität werden selten als Sicherheitsfragen verstanden. In ihrer Wirkung sind sie jedoch wirtschaftlich relevant: Umsätze gehen zurück, Kosten steigen, Standorte verlieren an Attraktivität. Wirtschaftsbezogene Kriminalität beginnt häufig genau hier, schleichend und oft unterschätzt.
Mehr als klassische Kriminalität
Daneben stehen gezielte Delikte wie Betrug, Erpressung, Sabotage oder Spionage auf Technologien und Know how oder sensible Daten. Ebenso bedeutsam sind Risiken aus dem Inneren von Unternehmen, etwa durch fehlende Kontrollen, unklare Zuständigkeiten oder personelle Abhängigkeiten. Innere Schwachstellen zählen zu den häufigsten Einfallstoren für Angriffe von außen.
Resilienz bedeutet nicht, jede Bedrohung auszuschließen, sondern Prioritäten zu setzen und auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.
Verantwortung liegt im Unternehmen
Wirtschaftsschutz ist eine staatliche Aufgabe und zielt auf den Schutz der Volkswirtschaft insgesamt. Unternehmenssicherheit und Resilienz entstehen jedoch im Betrieb selbst. Unternehmen können sich nicht darauf verlassen, geschützt zu werden. Sie tragen die Verantwortung, ihre Bedrohungslage realistisch einzuschätzen, Abhängigkeiten zu erkennen und Strukturen so aufzustellen, dass sie auch bei Störungen tragfähig bleiben.
Die Rolle der IHK zu Essen zwischen Orientierung, Vernetzung und Praxis
Sicherheit und Resilienz rücken ins Zentrum unternehmerischen Handelns
Das Themenfeld Sicherheit und Verteidigung wurde in der IHK strategisch neu aufgestellt. Ziel ist es, Unternehmen nicht zu verunsichern, sondern ihnen Orientierung zu geben und praxisnahe Unterstützung beim Aufbau von Resilienz zu bieten. Im Mittelpunkt steht dabei ein ganzheitliches Verständnis von Unternehmenssicherheit. Es geht nicht nur um einzelne Schutzmaßnahmen, sondern um die Fähigkeit von Betrieben, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich zu arbeiten, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung wahrzunehmen.
Die IHK übernimmt eine Schnittstellenfunktion, indem sie Unternehmen informiert, vernetzt und ihre Interessen gegenüber Politik, Verwaltung und Sicherheitsakteuren bündelt.
Orientierung schaffen und Wissen teilen
Ein zentrales Instrument dieser Arbeit ist der Internetauftritt der IHK zu Essen. Dort werden alle Angebote rund um Sicherheit und Verteidigung gebündelt und für Unternehmen zugänglich gemacht. Neben aktuellen Informationen und Veranstaltungshinweisen finden Betriebe dort auch kompakte Hintergrundinformationen zur Gesamtverteidigung sowie praxisnahe Hinweise zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Dazu zählen etwa der gemeinsam von der Handelskammer Hamburg und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelte Krisenvorsorgeplan, der Unternehmen bei einer strukturierten Vorbereitung auf Krisensituationen unterstützt. Er bündelt zentrale Maßnahmen, die Betriebe bereits heute ergreifen sollten, um sich in unsicheren Zeiten besser zu schützen, und stellt hierfür übersichtliche Checklisten zur praktischen Umsetzung bereit.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Ergänzt wird dieses Informationsangebot durch die Unternehmenswerkstatt Deutschland. In diesem kostenfreien Onlineportal können Unternehmen gemeinsam mit IHK-Expertinnen und Experten an konkreten Themen arbeiten. Auch Fragen der Resilienz und Krisenvorsorge lassen sich hier strukturiert angehen und in betriebliche Projekte übersetzen.
Hier gelangen Sie zum Online-Portal.
Ein Rückblick: Dialog und Vernetzung rund um Sicherheit und Verteidigung
Veranstaltungen und Dialogformate haben sich in den vergangenen Monaten als zentrale Bausteine der regionalen Auseinandersetzung mit Sicherheit und Verteidigung etabliert. Sie leisten vor allem eines: Sie machen komplexe, teils abstrakte Themen greifbar und schaffen Räume für direkten Austausch. In der MEO-Region ist so eine Reihe von Formaten entstanden, die gezeigt hat, wie relevant Fragen von Stabilität, Resilienz und Sicherheit inzwischen für die Wirtschaft geworden sind.
Zu den prägenden Veranstaltungen zählte das Treffen des Netzwerks Zukunft MEO mit dem Schwerpunkt „Sicherheit in bewegten Zeiten“. Hier kamen Mitgliedsunternehmen zusammen, um über veränderte Rahmenbedingungen, Unsicherheiten und ihre Auswirkungen auf unternehmerische Entscheidungen zu sprechen. Deutlich wurde dabei, dass Sicherheit längst kein isoliertes Thema mehr ist, sondern tief in strategische Überlegungen hineinwirkt.
Ebenfalls großen Zuspruch fand der Zukunftsworkshop, der gemeinsam mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet durchgeführt wurde. In diesem Format stand nicht die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern der gemeinsame Blick nach vorn: Wie lässt sich Stabilität in einer zunehmend vernetzten und zugleich fragilen Welt sichern? Welche Abhängigkeiten bestehen – und wo liegen konkrete Handlungsoptionen? Die Diskussionen mündeten in erste gemeinsame Lösungsansätze und schärften das Bewusstsein für unternehmerische Resilienz.
Ein weiteres wichtiges Signal setzte das bewusst aufgegriffene Format zur Vernetzung von Wirtschaft und Verteidigung, das den Fokus auf wirtschaftliche Chancen in diesem Umfeld legte. Ziel war es, Berührungsängste abzubauen und aufzuzeigen, wo sich für Unternehmen Schnittstellen, Kooperationsmöglichkeiten und neue Perspektiven ergeben können. Gemeinsam mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet und der IHK Nord Westfalen wurde diese Veranstaltung initiiert.
»In der MEO-Region ist ein aktiver Dialog entstanden, der Wirtschaft, Institutionen und Partner zusammenführt und Sicherheit als gemeinsames Thema begreifbar macht.«
Als besonderes Highlight erwies sich die Veranstaltung „Pitch & Connect meets Sicherheitstag“, die gemeinsam mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet und dem ASW West -Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West durchgeführt wurde und Unternehmen, Expertinnen und Experten sowie Institutionen erfolgreich zusammenbrachte. In kurzen, prägnanten Pitches wurden innovative Ansätze zu Sicherheit, Resilienz und Krisenvorsorge vorgestellt und anschließend intensiv weiterdiskutiert. Der direkte Austausch, neue Kontakte und praxisnahe Impulse machten das Format zu einem lebendigen Treffpunkt für alle, die Sicherheit als strategisches Zukunftsthema verstehen.
Überregional ergänzt wurde dieses Engagement durch die gemeinsame Webinarreihe der Ruhr IHKs. Unter dem Titel „Sicherheit und Verteidigung – Risiken meistern, Chancen nutzen“ erhalten Unternehmen Regionen übergreifend Einordnung und Orientierung zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen.
Rückblickend zeigen diese Formate eindrucksvoll: In der MEO-Region ist ein aktiver Dialog entstanden, der Wirtschaft, Institutionen und Partner zusammenführt und Sicherheit als gemeinsames Thema begreifbar macht.
Vernetzung als Schlüssel zur regionalen Resilienz
Sicherheit entsteht nicht im Alleingang. Gerade für Unternehmen ist es entscheidend zu wissen, welche Ansprechpartner es gibt und wie bestehende Strukturen genutzt werden können. Wir verstehen uns dabei als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Verwaltung, Forschung und spezialisierten Dienstleistern. Unser Ziel ist es, Netzwerke sichtbar zu machen und den Zugang zu erleichtern. Wir vermitteln etwa bei sicherheitsrelevanten Fragestellungen passende Kontakte, kennen die richtigen Ansprechpartner in Behörden, Institutionen und Netzwerken und unterstützt Unternehmen dabei, Orientierung im regionalen Sicherheitsumfeld zu finden. Auf unserer Internetseite haben wir bereits eine Auswahl relevanter Ansprechpartner und Behörden zusammengestellt, die Unternehmen bei konkreten Anliegen weiterhelfen können.
Ergänzend bieten wir die Möglichkeit, sich in unseren Verteiler aufzunehmen. So bleiben Unternehmen stets informiert und verpassen keine aktuellen Entwicklungen, Veranstaltungen oder wichtigen Hinweise. Über den Verteiler erhalten sie zudem frühzeitig praxisrelevante Informationen, etwa Handreichungen der Initiative Wirtschaftsschutz zu aktuellen Themen wie Drohnensichtungen oder Sicherheitshinweise des Bundesamts für Verfassungsschutz.
Hier geht’s zur Anmeldung.
Ein Beispiel ist die Matchmaking Plattform SVI Connect, die seit diesem Jahr den industriellen Mittelstand mit der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zusammenbringt. Unternehmen können dort ihre Produkte, Dienstleistungen und Kompetenzen darstellen und gezielt potenzielle Partner aus der Branche erreichen. Entwickelt wurde die Plattform vom Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und Logistik gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Für viele Betriebe eröffnet sich hier ein neuer Zugang zu einem Markt, der bislang häufig als schwer erreichbar galt.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Plattform.
Auch auf Landesebene gibt es wichtige Anknüpfungspunkte. Die Initiative Defence.Tech.NRW ist eine zentrale Plattform, um Innovationen im Bereich Sicherheit und Verteidigung gezielt zu fördern. Das Netzwerk bringt Start-ups, mittelständische Unternehmen, Industrie, Forschungseinrichtungen und öffentliche Akteure zusammen, um technologische Lösungen für aktuelle sicherheitsrelevante Herausforderungen zu entwickeln. Im Fokus stehen unter anderem Dual-Use-Technologien, neue digitale Anwendungen sowie Transferformate zwischen ziviler Wirtschaft und dem Verteidigungssektor. Defence.Tech.NRW schafft damit wichtige Schnittstellen, eröffnet Unternehmen neue Kooperations- und Marktchancen und stärkt zugleich die technologische Resilienz des Standorts NRW.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Plattform.
Sicherheit und Verteidigung werden für Unternehmen auch künftig an Bedeutung gewinnen. Die IHK zu Essen begleitet diesen Wandel aktiv und positioniert sich als verlässlicher Partner der Wirtschaft in der MEO-Region. Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich, wie wertvoll vorausschauendes Handeln und starke Netzwerke sind. Die IHK leistet dazu ihren Beitrag, gemeinsam mit den Unternehmen vor Ort.