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Unternehmen geben Schulnote 3,4 für Standort Oberhausen

Beim Wirtschaftsgespräch in Oberhausen diskutierten rund 70 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung über die Ergebnisse unserer aktuellen IHK-Standortumfrage.

Wir haben in den vergangenen Wochen nachgefragt: Wie bewerten unsere Unternehmen den Standort Oberhausen? Wie schätzen sie Faktoren, zum Beispiel die Verkehrsanbindung oder kommunale Kosten im Einzelnen ein?

Die Ergebnisse haben wir zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik besprochen: beim Wirtschaftsgespräch im ABZ Oberhausen – dem Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW. Besonders gefreut haben wir uns über die Teilnahme des Oberbürgermeisters der Stadt Oberhausen Thorsten Berg. IHK-Geschäftsfeldleiterin Sandra Schmitz moderierte den Abend, an dem rund 70 interessierte Gäste teilgenommen haben.

Ein Mann hält ein Mikrophon und redet.
Thorsten Berg, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen
Ein Mann hält eine Mikrophon und redet.
Gerd Kleemeyer, Präsident der IHK zu Essen

Standort Oberhausen gemeinsam voranbringen

Zu Beginn des Wirtschaftsgespräch hat unser Präsident Gerd Kleemeyer klar gemacht, dass die Ergebnisse der Umfrage genutzt werden sollen, um den Standort Oberhausen gemeinsam voranzubringen: „Vorab möchte ich mich bei allen Unternehmerinnen und Unternehmern bedanken, die sich an unserer Umfrage beteiligt haben. Nur so können wir der Wirtschaft Gehör verschaffen.“

Schulnote 3,4 für den Standort Oberhausen und hohe kommunale Kosten als besondere Last für Unternehmen

Die Umfrage der IHK nahm wirtschaftliche Faktoren in den Fokus, die für den Standort entscheidend sind. In der Gesamtnote vergaben die Unternehmen die Schulnote 3,4. „Vor drei Jahren war die Beurteilung mit der Note 2,9 noch deutlich positiver. Besonders negativ fällt das Urteil bei den Grundsteuer- und Gewerbesteuerhebesätzen aus. Hier sehen wir einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für den Standort Oberhausen. Denn hohe kommunale Kosten belasten die betroffenen Unternehmen und verringern die Standortqualität“, betonte Sandra Schmitz. „Hinzu kommt die Note ausreichend für die Ausbildungsreife von Schulabgängerinnen und -abgängern. Dies macht deutlich, dass es im Bereich Schule und Bildung Nachholbedarf gibt.“

Gute Noten für Freizeitangebote und Verkehrsanbindungen

Freizeit- und Kulturangebote (Note 2,7) sowie die Verkehrsanbindungen (Note 2,8) erhalten positive Bewertungen von den Oberhausener Unternehmen. „Hier überzeugt der Standort und hat in den vergangenen Jahren den regionalen Strukturwandel gut vollzogen“, resümierte Schmitz.

Klare Anforderungen der Unternehmen an Politik

Bei den drei wichtigsten Faktoren für die Ansiedlungsentscheidung eines Unternehmens ergab sich ein klares Bild:

– Leistungsfähige Infrastruktur: 78%
– Höhe der kommunalen Kosten: 64%
– Gute Erreichbarkeit von/für Kunden: 49%

„Die Ergebnisse zeigen ein kein Standortproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Unternehmen schätzen die Lage Oberhausens, aber sehen Handlungsbedarf bei den kommunalen Rahmenbedingungen“, fasste Schmitz die Ergebnisse zusammen. „Herausforderungen liegen bei den Kosten, bei der Infrastruktur und Verwaltungsprozessen. Die grundlegenden Standortvorteile sind geblieben, aber die Unternehmen nehmen die Rahmenbedingungen kritischer wahr als noch vor einigen Jahren.“

Steffen Elsebrock

Verfasst von:
Steffen Elsebrock

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