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Mit Stauraum zum Start-up

Familiengeschichte auf Lager Von der traditionsreichen Brillenwerkstatt zum modernen Mietdepot: Seit 2020 können Privatleute und Gewerbetreibende im Stadtmagazin Self-Storage Essen Hab und Gut unterbringen. Gleichzeitig hat das Gebäude in der Jägerstraße im Westviertel, eine Straßenquerung vom Stadtkern entfernt, eine lange Familiengeschichte auf Lager: In den 1960er-Jahren erbaut, erwarb Rolf Rodenstock schon bald die Immobilie, um […]

Familiengeschichte auf Lager

Von der traditionsreichen Brillenwerkstatt zum modernen Mietdepot: Seit 2020 können Privatleute und Gewerbetreibende im Stadtmagazin Self-Storage Essen Hab und Gut unterbringen.

Gleichzeitig hat das Gebäude in der Jägerstraße im Westviertel, eine Straßenquerung vom Stadtkern entfernt, eine lange Familiengeschichte auf Lager: In den 1960er-Jahren erbaut, erwarb Rolf Rodenstock schon bald die Immobilie, um hier Brillengestelle und -gläser zu produzieren.

Zu dieser Zeit stieg die Firma Rodenstock zur Weltmarke auf, internationale Stars wie Brigitte Bardot oder Gina Lollobrigida schworen auf die Brillentradition „made in Germany“. „Regionalität war meinem Großvater bei der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sehr wichtig“, weiß die heutige Miteigentümerin Beatrice Rodenstock.

Alles in Familienhand

Bis in die 1990er-Jahre fertigte Rodenstock in Essen, dann wurde die Produktion nach Frankfurt verlagert. Rolf Rodenstock übertrug das Gebäude den Enkeln Beatrice und Dr. Rupprecht Rodenstock. Lange noch blieb das Unternehmen, aus dem sich die Familie ab 2003 schrittweise zurückzog, durch ein Fassadenlogo im Straßenbild präsent. Im Innern boten wechselnde Mieter ihre Dienstleistungen an. „Unter anderem war hier ein Callcenter ansässig, zuletzt ein Bildungsinstitut“, berichtet Beatrice Rodenstock.

Als die Verträge ausliefen, ergriff die Unternehmensberaterin die Chance, die Immobilie neu zu erfinden. Und das, obwohl ihr Lebensmittelpunkt in München liegt: „Ich kenne das Haus aus meiner Jugend, fühle mich ihm und der Region verbunden. Daher war es eine Herzensangelegenheit, an diesem Standort etwas Neues mit Mehrwert zu errichten.“

Idee wird Realität

In einer Marktanalyse kristallisierte sich das Konzept für ein innerstädtisches Lagerhaus heraus: „Wohnraum wird immer knapper, Büroflächen werden teurer. Parallel nimmt Mobilität in unserer Arbeitswelt einen immer höheren Stellenwert ein. Der Bedarf, Habseligkeiten sicher, flexibel und zentral zwischenzulagern, wächst“, erklärt die Stadtmagazin-Betreiberin.

Damit die Idee Realität werden konnte, ließen Beatrice und Rupprecht Rodenstock das Gebäude über vier Jahre hinweg aufwändig kernsanieren. Der industrielle Charme blieb konserviert, das Treppenhaus nahezu unangetastet. Einzug hielt ein moderner Chic, der durch sich raffinierte Details, etwa in Form eines Empfangstresens in Lagerkarton-Optik, auszeichnet. Der Wohlfühlfaktor spielt eine große Rolle: Obwohl die Gänge verwinkelt sind, wirkt das Lagerhaus hell und einladend – dafür sorgen großzügige Fenster und die mintgrüne Farbgestaltung. „Unsere Kunden haben an 365 Tagen im Jahr Zugang, daher legen wir größten Wert auf Sicherheit“, führt die Inhaberin aus. Mit den schummrigen Depots, wie man sie aus den Krimi-Plots von Hollywood-Filmen und US-Serien kennt, hat das Stadtmagazin jedenfalls wenig gemein.

Auf fünf Etagen stehen 400 Aufbewahrungsboxen mit Grundflächen ab einem Quadratmeter aufwärts bereit. Ungeübte Packer dürften staunen, wie viel sich auf unscheinbarem Raum verstauen lässt. Auf drei bis fünf Quadratmetern kommen schon mal ganze Appartements zusammen. „Das ist dann wie Tetris spielen“, bekräftigt Beatrice Rodenstock lachend, wobei sie einräumt, anfangs selbst überrascht gewesen zu sein. Um sich auf ihr neues Geschäft vorzubereiten, besuchte sie internationale Messen, wo sie den Trends der Lagerbranche nachspürte.

Wer durch die Flure des Stadtmagazins streift, malt sich automatisch aus, was wohl hinter verschlossenen Türen schlummert. Klar geregelt ist, was nicht eingelagert werden darf: Verderbliches, Entflammbares, Illegales. Diskretion ist für Beatrice Rodenstock Ehrensache, daher umreißt sie lediglich die grundlegenden Bedürfnisse ihrer Kunden: Privatleute verstauen tendenziell Möbel, Gewerbetreibende Waren, Büros bevorzugt Akten.

Optimale Lage

Und das im großen Stil, wie die Geschäftsführerin durchblicken lässt: „Die Auslastung ist sehr gut.“ Zwar habe die Pandemie den Start erschwert, was sich aktuell noch am Leerstand im Erdgeschoss ablesen lasse: Zwischenzeitlich war hier ein Café beheimatet, das Kunden und Mitarbeitende aus umliegenden Büros mit belegten Brötchen und Getränken versorgte. Doch: „Der Betreiber musste leider aufgeben. Dass sich viele Berufstätige im Homeoffice befanden, hat sich bemerkbar gemacht“, so Beatrice Rodenstock, die am Plan festhält, sowohl ihren Kunden zusätzliche Aufenthaltsqualität zu bieten als auch das nahe Umfeld zu versorgen. Für einen neuerlichen Anlauf sucht sie Interessenten. „Im Umfeld gibt es sonst keine Gastronomie, hier bietet sich Potenzial“, ist sie überzeugt. Vom Standort ist sie es ohnehin: „Es bewahrheitet sich, dass das Konzept des Stadtmagazins in dieser optimalen Lage funktioniert“, zieht Beatrice Rodenstock Bilanz. Expansion nicht ausgeschlossen.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen über das Stadtmagazin Self-Storage Essen finden Sie hier.

Patrick Torma

Verfasst von:
Patrick Torma

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