TÜV Nord
Wenn es um technische Sicherheit, Prüfungen oder Zertifizierungen geht, kommt kaum jemand am TÜV vorbei. Mit einem großen Standort in Essen und zahlreichen Prüf- und Servicestellen in der Region ist der Konzern eng mit der industriellen Geschichte des Ruhrgebiets verbunden.
© TÜV NordVon Dampfkessel-Überwachungsvereinen zum heutigen Konzern
Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. In der Zeit der Industrialisierung wurden erste Dampfkessel-Überwachungsvereine (kurz: DÜV) gegründet, um die Sicherheit von Industrieanlagen zu erhöhen. Anlass waren häufige Unfälle durch defekte Dampfkessel. Mit dem technischen Fortschritt erweiterten sich auch die Aufgaben dieser Vereine.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen nach und nach weitere Prüfbereiche hinzu, darunter Aufzüge, Elektrizitätswerke und Fahrzeuge. Aus diesen Dampfkessel-Überwachungsvereinen wurden Technische Überwachungs-Vereine (kurz: TÜV), die sich zu den heutigen TÜV-Unternehmen zusammenschlossen und seit vielen Jahren auch international tätig sind.
Weltweit vertreten
Heute beschäftigt die TÜV NORD GROUP mehr als 15.000 Mitarbeitende weltweit und ist an über 500 Standorten weltweit vertreten und in über 100 Ländern aktiv.
Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig und umfassen unter anderem eine Vielzahl technischer Dienstleistungen. Ingenieurinnen und Ingenieure prüfen Industrieanlagen, analysieren Werkstoffe, zertifizieren Managementsysteme oder testen Produkte für internationale Märkte. Auch Energieanlagen, Infrastrukturprojekte oder digitale Systeme gehören zu den Aufgabenfeldern.
Essener Standort mit breitem Aufgabenspektrum
Mit mehr als 1.800 Beschäftigten zählt Essen zu den größten Standorten des Konzerns. Viele von ihnen arbeiten im Technologiepark im Stadtteil Frillendorf. Von hier aus werden zahlreiche technische Dienstleistungen für Industrie und Wirtschaft erbracht. Fachleute prüfen und zertifizieren unter anderem Anlagen, Produkte und Managementsysteme. Dazu gehören beispielsweise Industrieprüfungen, etwa von Aufzügen oder Druckanlagen, ebenso wie Fahrzeug- und Führerscheinprüfungen. Zudem arbeiten rund 140 Beschäftigte an der Prüfung von Hard- und Software oder an Fragen der IT-Sicherheit.
Ein weiterer wichtiger Standort befindet sich in Essen-Kray: Das Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität testet dort seit den 1980er-Jahren unter anderem Vorserienfahrzeuge. Dafür stehen spezielle Einrichtungen wie Klimakammern und Abgasprüfstände zur Verfügung.
© TÜV NordNeue Flächen in Frillendorf
Rund um den bestehenden Campus im Essener Nordosten entsteht ein Technologiepark mit Büro-, Labor- und Gewerbeflächen, die auch von anderen Unternehmen genutzt werden sollen. Teile des Areals, darunter die Deutschland-Zentrale von Atlas Copco, eine Kita und eine Padel-Tennis-Halle, sind bereits in Betrieb. Weitere Flächen sind in Planung.
Fachkräfte von morgen
Die TÜV NORD GROUP bildet jedes Jahr junge Menschen aus. Zum 1. August 2025 starteten 19 Auszubildende und 10 dual Studierende in verschiedenen Bereichen des Unternehmens. Ausgebildet wird unter anderem in kaufmännischen und technischen Berufen wie Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker für Systemintegration, Vermessungstechnikerinnen und -techniker, Industriemechaniker oder Mechatroniker. Die Bandbreite der Berufe spiegelt das vielfältige Tätigkeitsfeld des Unternehmens wider.
Blick in die Zukunft
Mit der Konzernstrategie „HORIZON2030“ setzt die TÜV NORD GROUP auf den weiteren Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten und möchte den Kundenfokus weiter verstärken. Auch das Thema Nachhaltigkeit soll in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden. Ein zentrales Ziel ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen, insbesondere in den Bereichen Mobilität und Gebäude. Künftig sollen auch indirekte Emissionen stärker berücksichtigt und entsprechende Maßnahmen systematisch ausgebaut werden.
Bis 2030 setzt der Konzern zudem auf den weiteren Ausbau neuer Technologien, etwa im Bereich künstliche Intelligenz oder Quantencomputer. Ziel ist es, Nachhaltigkeit, technologische Entwicklung und unternehmerisches Wachstum miteinander zu verbinden.


