Ein Sofa und ein Tisch.

Beitragsbild: IHK zu Essen/Christian Hövelmann

Unternehmen

Pebbles and Seashells: Hygge in Essen-Kettwig

Ein Stück Hygge mitten in Essen-Kettwig: Mit „Pebbles and Seashells“ hat sich Katharina Strunk den Traum von einem besonderen Café mit Concept Store erfüllt. Ihr „Mindset-Ort“ verbindet guten Kaffee, ausgewählte Lieblingsstücke und vor allem die Einladung, den Alltag für einen Moment vor der Tür zu lassen.

Eine Frau sitzt an einem Tisch und lächelt in die Kamera. Auf dem Tisch steht eine Blume und eine Kaffeetasse.© IHK zu Essen/Christian Hövelmann
Katharina Strunk

Ein Café, das Entschleunigung zum Konzept macht

Wenn Katharina Strunk über Pebbles and Seashells spricht, dann klingt darin vor allem eines mit: der Wunsch, Menschen einen Ort zu schaffen, an dem sie für einen Moment durchatmen können. Ihr Café mit Concept Store in Kettwig beschreibt sie selbst als „Mindset Ort“ – ein Platz, an dem man den Alltag für kurze Zeit vor der Tür lassen darf. Die Idee dazu trägt sie schon seit vielen Jahren mit sich herum. Irgendwann stellte sie sich die Frage, wie sie die nächsten Jahrzehnte ihres Berufslebens verbringen möchte. Die Antwort führte sie Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit.

Dabei ging ihr beruflicher Weg zunächst in eine ganz andere Richtung: Katharina arbeitete mehrere Jahre im Konzernumfeld – zuerst als Industriekauffrau, später im Projektmanagement eines Energiekonzerns. Sie war oft die einzige Kauffrau in einem technisch geprägten Umfeld, lernte viel und arbeitete intensiv. Parallel absolvierte sie ein berufsbegleitendes BWL Studium. „Es war eine intensive Zeit“, beschreibt sie rückblickend. Der Wunsch nach einem neuen Kapitel wurde immer stärker.

Die Idee eines eigenen Cafés verband sich schließlich mit einem weiteren persönlichen Bezugspunkt: dem Meer. Der Name Pebbles and Seashells erinnert an Dänemark und Schweden, Orte an denen sie „Hygge“ erlebt hat. Der dänische Begriff beschreibt ein Gefühl, das sie dort empfand – Ruhe, Wärme, ein bewusster Moment – das wollte sie auch nach Kettwig holen. Nicht als Kulisse, sondern als Haltung: kleine Dinge wertschätzen, innehalten, sich Zeit nehmen. Neben hochwertigem Kaffee aus einer Essener Rösterei gibt es hier Wohnaccessoires und Geschenkartikel, die das Leben schöner machen: Von Geschirrhandtüchern, über Postkarten und Schmuck bis zur Kuscheldecke. „Wichtig ist mir auch der Nachhaltigkeitsgedanke“, erklärt Katharina. „Wir achten bewusst auf regionale Anbieter und unterstützen gerne kleinere Unternehmen.“ Mit viel Liebe wählt sie jedes Teil persönlich aus und wechselt das Sortiment passend zur Saison oder weil sie etwas Besonders gefunden hat, was sie mit ihren Kundinnen und Kunden gerne teilen möchte. „Meine Gäste können bei jedem Besuch etwas Neues entdecken.“

In einem Geschäft sind Kleidungsstücke, Rucksäcke und Dekoartikel zu sehen.© IHK zu Essen/Christian Hövelmann

Kettwig wurde dabei schnell zu ihrem Zuhause. Ursprünglich aus Neviges kommend, war sie schon während ihrer Studienzeit regelmäßig in Essen unterwegs. Gerade die Kettwiger Altstadt faszinierte sie: „Ich weiß noch genau, wie ich anfangs durch die Ruhrstraße lief und die Menschen mir einfach ‚Guten Morgen‘ sagten.“ Diese Offenheit prägte ihr Bild vom Viertel – und bestärkte sie darin, ihr Café genau hier zu eröffnen.

Heute ist Pebbles and Seashells ein fester Bestandteil der Nachbarschaft. Viele Gäste kommen regelmäßig, manche nur für einen schnellen Kaffee, andere bleiben bewusst länger. Katharina beschreibt ihren Anspruch nicht als gastronomisches, sondern als atmosphärisches Konzept: ein Ort, an dem man sich willkommen fühlt. Die große Resonanz – sowohl vor Ort als auch online – hat sie selbst überrascht. Berichte über das Café führten immer wieder zu deutlichen Besucheranstiegen. „Das war unfassbar“, erinnert sie sich. „Ich habe gemerkt, wie viele Menschen das anspricht.“

Auch unter den Gewerbetreibenden im Viertel hat sich ein kollegiales Miteinander entwickelt. Viele kennen sich, manche Zusammenarbeit ist freundschaftlich geworden. Der Austausch, den sie im Stadtteil erlebt, empfindet sie als wertvoll – gerade für Selbstständige, die häufig vieles allein stemmen müssen.
„Ich fühle mich hier sehr wohl, habe ein tolles Umfeld und kann mir Zeit für meine kleine Tochter nehmen“, fasst sie zusammen. „Den Schritt in die Selbstständigkeit habe ich noch keine Sekunde bereut.“

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Yvonne Schumann

Verfasst von:
Yvonne Schumann

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