Am 6. Mai 2025 ist die „neue“ Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ins Amt getreten. Die Koalition startete mit dem Anspruch, Deutschland wirtschaftlich wieder nach vorn zu bringen. Dieses Ziel bleibt richtig, aber die Bilanz der MEO-Wirtschaft sieht sehr gemischt aus. „Bei zentralen Themen wie Steuern, Arbeitskosten und Bürokratie kommt die Regierung kaum oder viel zu langsam voran. Entlastungen für die Betriebe sind wenig spürbar“, resümiert unsere Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß.
Verschärfte Lage durch hohe Energiekosten
Schon der im Februar 2026 vorgelegte Ruhrlagebericht der Ruhr-IHKs – an der Umfrage beteiligten sich rund 700 Unternehmen mit mehr als 80.000 Beschäftigten – hatte mit einem Konjunkturklimaindex von nur 93 Punkten eine pessimistische Stimmung widergespiegelt. „Mit Beginn des Irankrieges Ende Februar hat sich die Lage noch einmal deutlich verschärft”, so Kerstin Groß. Die deutlich höheren Energie- und Logistikkosten sowie neue Unsicherheiten in den Lieferketten treffen eine Wirtschaft, die schon vorher stark unter Druck stand.
Differenziertes Zwischenfazit
Die Bundesregierung ist gegenwärtig mit vielen internationalen Krisen konfrontiert. Aber hohe Strompreise, langsame Planungs- und Genehmigungsverfahren, überbordende Berichtspflichten, steigende Arbeitskosten und eine im internationalen Vergleich hohe Steuerbelastung sind keine Naturereignisse. Das sind politische Stellschrauben. Genau hier erwartet die Unternehmen der MEO-Wirtschaft mehr Tempo.
Erforderliche Notbremsung: Bundesrat stimmt gegen Entlastungsprämie
Beispielhaft für den bisherigen Auftritt der Bundesregierung war der politische Prozess rund um die geplante Entlastungsprämie. Diese weckte von Beginn an eine breite Erwartung auf Sonderzahlungen durch Unternehmen, die niemand in der akuten Krisenphase überhaupt hätte stemmen können. Wer im Mittelstand mit explodierenden Energie-, Transport- und Finanzierungskosten kämpft, kann nicht zusätzlich staatlich angeregte Prämienversprechen schultern. Letztendlich hat der Bundesrat dem Gesetz nicht zugestimmt. Es war das richtige Signal an die Unternehmen und gleichzeitig ein parlamentarischer Denkzettel an die Bundesregierung.
Deutsche Wirtschaft steckt in einer Doppelkrise
In diesem Zusammenhang reiht sich die DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 nahtlos ein: Hatte sich Anfang 2026 noch eine wirtschaftliche Erholung angedeutet, machen die aktuellen Antworten diese Hoffnung zunichte: Von den Erwartungen bis hin zu den Beschäftigungsplänen zeigen sämtliche Indikatoren nach unten. Der DIHK-Stimmungsindex, der Geschäftslage und -erwartungen als geometrisches Mittel zusammenführt, fällt von zuletzt 95,9 Punkten auf nunmehr nur noch 88,1 Punkte. Dementsprechend schraubt die DIHK ihre Wachstumserwartung für das Jahr 2026 auf 0,3 Prozent herunter.
Mutige Reformen und richtige Prioritäten
Für die Wirtschaft der MEO-Region sind Handlungsfelder, die die Bundesregierung angehen muss, klar definiert, erzählt dir Hauptgeschäftsführerin: „Nur mit Entlastungen, Bürokratieabbau und Beschleunigung kommen unsere Unternehmen zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad mit sicheren Arbeitsplätzen, höherer Wettbewerbsfähigkeit und zunehmendem Wohlstand.“