© e.bootis agDr. Tim Langenstein
Vorstand bei der e.boots ag
e.bootis ag
Eine Handsocke namens Ewald Botticelli, Vorstand Dr. Tim Langenstein mit Grubenlampe am Grill und viele weitere Szenen von Mitarbeitenden, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Was nach einer schrägen Filmidee klingt, brachte dem Essener ERP-Softwarehersteller e.bootis ag den Publikumspreis beim Snowdance Vision Award. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für seinen Imagefilm „Viel e.bootis ag und ein bisschen Software.“ Statt Produkte und Funktionen in den Mittelpunkt zu stellen, erzählt der Film von den Menschen hinter dem Unternehmen.
Wie ist die Idee zum Imagefilm entstanden?
„Mein Chef Tim hat festgestellt, dass der alte Imagefilm nicht mehr zu uns passte und etwas Neues her muss. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gewachsen und hat einen neuen Standort bezogen“, erzählt Steffen Heetfeld.
Auf der Suche nach einem Filmproduzenten erinnerte sich der Marketingleiter an Andreas Bierwirth, der ihm auf LinkedIn schon länger durch seine humorvolle Art aufgefallen war. Heetfeld nahm Kontakt zu ihm auf und daraus entwickelte sich schließlich die Zusammenarbeit.
Bevor Bierwirth die erste Zeile für das Drehbuch schrieb, wollte er das Unternehmen kennenlernen. Also sprach er mit Mitarbeitenden und sammelte Eindrücke: „Ich wollte verstehen, wie e.bootis wirklich tickt.“ Schnell wurde klar, dass die lockere Art, der Humor und das Vertrauen untereinander das Unternehmen prägen. Genau daraus entstand die Idee zu einem Film, der nicht von der Software, sondern von den Menschen dahinter erzählt.
„Ich wollte etwas entwickeln, das sich von klassischen Imagefilmen und ihren Klischees abhebt“, sagt Andreas Bierwirth. Beim Schreiben des Drehbuchs habe er viele Freiheiten gehabt. „Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass Tim mit einigen Szenen nicht einverstanden sein würde. Aber als ich ihm und Steffen das Drehbuch vorlegte, waren beide sofort überzeugt und haben mir das ‚Okay‘ gegeben. Es hat mich total gefreut, dass man mir so viel Vertrauen geschenkt hat.“
»Ich wollte etwas entwickeln, das sich von klassischen Imagefilmen und ihren Klischees abhebt.«
Einfach machen
Dass der Film überhaupt so entstehen konnte, lag auch an der Offenheit der Mitarbeitenden. Viele standen zum ersten Mal vor einer Kamera. Trotzdem zog das Team auch bei den ungewöhnlichen Szenen einfach mit. „Keiner wusste genau, was wir vorhaben. Die wussten nur, dass das Marketing wieder irgendwas Verrücktes macht“, erzählt Steffen Heetfeld lachend. Für Andreas Bierwirth hat genau das den Dreh so besonders gemacht: „Die Mitarbeitenden haben sich einfach darauf eingelassen und darauf vertraut, dass am Ende etwas Gutes daraus wird.“
Die Resonanz nach der Veröffentlichung ließ nicht lange auf sich warten. Auf LinkedIn wurde der Film tausendfach angesehen, auf Messen wurde das Unternehmen immer wieder darauf angesprochen und auch die Zahl der Bewerbungen stieg. Viele hatten schon einen ersten Eindruck von uns. Dadurch war die Atmosphäre oft viel lockerer und persönlicher“, so Steffen Heetfeld.
Ein Auftritt mit Folgen
Zwischen all den Szenen sorgte vor allem eine Handsocke für Aufmerksamkeit. Dabei war ihr Auftritt gar nicht geplant. Die Handsocke, die die Farben des Unternehmens trägt, gehört der Tochter von Andreas Bierwirth und kam spontan für eine Szene zum Einsatz. Nach der Veröffentlichung wurde das Team immer wieder auf diese angesprochen. „Irgendwann habe ich dann alle Exemplare gekauft, die ich noch finden konnte und wir haben sie schließlich Ewald Booticelli getauft“, erzählt Steffen Heetfeld und lacht. Heute ist Ewald ein fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation und hat sogar ein eigenes LinkedIn-Profil.
© e.bootis ag
© IHK zu Essen/Christian HövelmannDen Mut haben, anders zu kommunizieren
Der Publikumspreis beim Snowdance Vision Award war für das Team mehr als nur eine Auszeichnung für einen gelungenen Film. Er bestätigte vor allem den Mut, bewusst anders aufzutreten. „Die Auszeichnung bedeutet mir auch deshalb viel, weil sie die Arbeit von Andreas würdigt. Er hat meine Kolleginnen und Kollegen hervorragend durch den Dreh begleitet und entscheidend dazu beigetragen, dass der Film so geworden ist, wie er ist“, sagt Steffen Heetfeld. Am Ende ging es genau darum, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, bleibt am Ende oft nichts hängen. Aber wir wollten etwas machen, das polarisiert, auffällt und im Kopf bleibt“, sagt Andreas Bierwirth.
Für das Unternehmen steht deshalb längst fest, dass die Geschichte noch nicht vorbei ist. Neue Ideen gibt es bereits. Und auch Ewald Botticelli dürfte dabei wieder eine Rolle spielen.







