
Konjunkturklima
Die MEO-Wirtschaft erlebt im Herbst 2025 eine spürbare Eintrübung. Der Konjunkturklimaindex sinkt von 103,7 Punkten im Vorjahr auf 96 Punkte und liegt damit klar unter der „neutralen“ 100-Punkte-Marke. Wesentliche Ursache ist die pessimistischere Einschätzung der kommenden zwölf Monate: Mehr Unternehmen erwarten eine Verschlechterung ihrer Lage als eine Verbesserung. Bei der aktuellen Geschäftslage überwiegen hingegen knapp die positiven Stimmen.
Branchenspezifisch zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Industrie behauptet mit 105 Punkten ein leicht positives Klima. Die Dienstleister bleiben mit 106,6 Punkten die optimistischste Branche, auch wenn der Wert gegenüber 2024 (116,3 Punkte) spürbar gesunken ist. Der Handel hingegen verharrt tief im negativen Bereich: Der Klimaindex fällt auf nur 75,4 Punkte – der niedrigste Wert aller Sektoren.
Beschäftigung
Gut 38 % aller Unternehmen können offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Betrachtet man nur Betriebe, die derzeit Personalbedarf haben, bekommen etwa zwei von drei Unternehmen ihre Stellen nicht besetzt – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Ein Ansatzpunkt: Maßnahmen zur Beschäftigung älterer Fachkräfte. Knapp 70 % sprechen sich für steuerliche Anreize aus, um Mitarbeitende über das Rentenalter hinaus zu halten. Rund die Hälfte fordert Erleichterungen bei der Weiterbeschäftigung nach Renteneintritt. Eine generelle Anhebung des Rentenalters befürworten dagegen nur 16%.


Risiken
Die Risikowahrnehmung bleibt hoch, verschiebt sich jedoch in ihrer Zusammensetzung. Energie- und Rohstoffpreise gelten zwar noch bei 41 % der Unternehmen als Belastung, doch hat sich dieser Anteil deutlich reduziert. Zunehmend prägend sind hingegen strukturelle Faktoren. Mit 63 % erreicht die Unzufriedenheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen einen neuen Höchstwert (Herbst 2024: 52 %). Parallel dazu sehen 56 % der Betriebe die Inlandsnachfrage als Risiko. Damit stagniert dieser Wert auf hohem Niveau. Ebenfalls unverändert hoch ist die Sorge um den Fachkräftemangel: 57 % der Unternehmen nennen ihn als Geschäftsrisiko. Zusammen zeigen die Ergebnisse, dass kurzfristige Entlastungen bei Energie- und Rohstoffkosten nicht ausreichen, um das Gesamtbild aufzuhellen – die größten Herausforderungen liegen in strukturellen und politischen Rahmenbedingungen.