Bundesweit fehlen Wohnungen. Der Neubau bleibt schwach, Mieten dürften weiter steigen. Und laut einer IHK-Umfrage ist eine Gruppe von dieser kritischen Situation besonders betroffen: Auszubildende.
Unser stellvertretender Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt bringt es auf den Punkt: „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Herausforderung im Ausbildungsmarkt und führt vor allem zu regionalen Passungsproblemen. Hier
brauchen wir dringend bessere Rahmenbedingungen.“ Dazu zählen laut Kerbstadt unter anderem Azubi-Wohnheime: „Gute Unterkünfte für Auszubildende erfüllen besondere Anforderungen: Neben harten Faktoren wie Bezahlbarkeit, Arbeitsortnähe und ÖPNV-Anbindung bieten sie im Idealfall weiche Faktoren wie Gemeinschaft sowie Unterstützungsangebote.“
Wohnungsmangel als Belastung für Unternehmen und Betriebe
Der Wohnungsmangel entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die Wirtschaft. Folglich stellen angespannte Wohnungsmärkte vor allem in Großstädten und Ballungszentren ein erhebliches Ausbildungshindernis dar. Ohne ausreichend bezahlbaren Wohnraum haben Betriebe Probleme, Personal zu gewinnen.
Wirtschaft sieht Handlungsbedarf
Eine bundesweite IHK-Umfrage bestätigt diese Einschätzung. Fast zwei Drittel aller Unternehmen sehen Handlungsbedarf beim Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende – auch eine Mehrheit in allen 16 Bundesländern. An der Spitze liegen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg, wo neun von zehn Betrieben Handlungsbedarf sehen. Mit Blick auf mögliche Maßnahmen wünschen sich vier von zehn Betrieben bessere Informationen und einen vereinfachten Zugang zu finanziellen Hilfen für Auszubildende (z. B. Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld) – also Bürokratieabbau – sowie Programme zur Vermittlung von Wohnraum.
Viele Ausbildende pendeln innerhalb der MEO-Region und darüber hinaus
Passend dazu sind aktuelle Zahlen des statistischen Landesamtes zur Mobilität von Azubis. Demzufolge pendeln rund 51 Prozent der Azubis in Nordrhein-Westfalen zum Arbeitsort. Für die MEO-Region ergeben sich folgende Zahlen: Knapp die Hälfte aller Auszubildenden in Oberhausen (45,6 Prozent) wohnt außerhalb und muss zum Arbeitsplatz pendeln. In Mülheim liegt der Anteil mit 56,5 Prozent sogar noch höher als in Oberhausen und in Essen mit 43,5 Prozent etwas niedriger.
„Die Zahlen zeigen, dass ein Großteil der Auszubildenden in der MEO-Region zum Arbeitsort pendelt. Ein Grund dafür ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum“,
resümiert Kerbstadt. Hier gilt es mit kurz- und langfristigen Maßnahmen gegenzusteuern. Denn für eine wirtschaftliche Belebung und nachhaltiges, langfristiges Wachstum brauchen unsere Betriebe passend qualifizierte Fachkräfte. Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist dabei ein relevanter Faktor. Fakt ist: Wenn Ausbildungssuchende entsprechenden bezahlbaren Wohnraum finden, können sie einfacher außerhalb ihres Heimatortes nach Ausbildungsstellen suchen – unabhängig vom Elternhaus.