
Leichte Stabilisierung zum Jahresbeginn
Zum Jahresbeginn 2026 zeigt sich die wirtschaftliche Lage in der MEO-Region leicht verbessert. Unser Konjunkturklimaindex steigt gegenüber dem Herbst 2025 um knapp vier Punkte auf 99,9 und nähert sich damit der neutralen 100-Punkte-Marke. Von einer echten Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein – die Stabilisierung bleibt fragil.
Gedämpfte Binnennachfrage als größtes Risiko
Weiterhin wird die wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch eine schwache Binnennachfrage gebremst. Sie wird von den Unternehmen inzwischen am häufigsten als Geschäftsrisiko genannt. Viele Betriebe berichten von zurückhaltenden Aufträgen und einer insgesamt verhaltenen Dynamik im Inland.
Der Fachkräftemangel wird zwar weiterhin von fast der Hälfte der Unternehmen als Risiko gesehen, hat im Vergleich zum Vorjahr jedoch spürbar an Bedeutung verloren. Für uns ist klar: Das ist kein struktureller Entwarnungseffekt, sondern Ausdruck der aktuellen Konjunkturschwäche. Sobald die Nachfrage wieder anzieht, wird auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften rasch steigen. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für Wachstum und Fachkräftesicherung zu schaffen.


Gewerbeflächen als Schlüssel für Wachstum
Ein zentrales Thema unserer aktuellen Befragung ist die Flächenpolitik. Mehr als ein Drittel der Unternehmen sieht zusätzlichen Bedarf an Gewerbeflächen, um investieren und wachsen zu können. Besonders deutlich wird dies in Oberhausen, wo über die Hälfte der Betriebe eine Ausweitung des Angebots für erforderlich hält.
Für uns ist die Verfügbarkeit geeigneter Flächen ein entscheidender Standortfaktor für die Zukunftsfähigkeit der MEO-Region. Wenn Unternehmen nicht investieren können, weil Flächen fehlen, gefährdet das Wachstum, Beschäftigung und die Transformation in Richtung Digitalisierung und Klimaschutz. Eine vorausschauende, regional abgestimmte Flächenpolitik ist daher eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Erholung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Zurückhaltende Investitionen und gemischte Beschäftigungspläne
Die Unsicherheit spiegelt sich auch in den Planungen der Unternehmen wider. 16 Prozent planen einen Stellenaufbau, 25 Prozent rechnen mit einem Personalabbau, die Mehrheit geht von stabiler Beschäftigung aus. Auch die Investitionsneigung bleibt gedämpft: Nur 16 Prozent planen steigende Inlandsinvestitionen, während gut ein Viertel Kürzungen vorsieht. Angesichts des hohen Investitionsbedarfs in Infrastruktur, Digitalisierung und Klimaschutz wirkt dies als Bremsfaktor für die mittelfristige Entwicklung der Region.
Hoffnungsschimmer im Auslandsgeschäft
Positiv entwickelt sich das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen der exportierenden Unternehmen haben sich gegenüber dem Herbst spürbar aufgehellt – auch wenn starke internationale Impulse bislang ausbleiben.
Unser Fazit: Die wirtschaftliche Stabilisierung ist noch nicht gefestigt. Jetzt braucht es verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und eine aktive Standortpolitik – insbesondere bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen –, damit die MEO-Region bei einer konjunkturellen Belebung schnell wieder Fahrt aufnehmen kann.
