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Kleine Veränderungen, große Einsparungen: Energie-Scouts ausgezeichnet

Entsorgungsbetriebe Essen gewinnen regionalen Wettbewerb der IHK zu Essen

Weniger Wasser verbrauchen, Energie effizienter einsetzen und Betriebskosten senken: Wie das in Unternehmen gelingen kann, haben Auszubildende aus der MEO-Region beim diesjährigen Energie-Scouts-Projekt der IHK zu Essen gezeigt. Am 14. Oktober 2026 präsentierten sieben Teams ihre Praxisprojekte bei der Abschlussveranstaltung in Oberhausen. Den ersten Platz sicherten sich die Auszubildenden der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE), gefolgt von Siemens Energy und Atlas Copco.

Vom Workshop zum eigenen Praxisprojekt

Die Energie-Scouts sind eine Zusatzqualifikation für Auszubildende, die sich mit Energie- und Ressourceneffizienz in ihren Unternehmen beschäftigen möchten. In drei Workshops lernten die Teilnehmenden in diesem Jahr die Grundlagen der Energie- und Ressourceneffizienz, des Projektmanagements und der Treibhausgasbilanzierung sowie der Circular Economy kennen. Anschließend untersuchten sie betriebliche Abläufe, identifizierten Einsparpotenziale und entwickelten eigene Verbesserungsvorschläge.
Die Ergebnisse zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, Ressourcen im Unternehmensalltag effizienter einzusetzen.

Platz 1: Entsorgungsbetriebe Essen – Wasser sparen und Wärme zurückgewinnen

Das Siegerteam der Entsorgungsbetriebe Essen nahm die geplante Sanierung der Umkleide- und Duschräume am Betriebshof Pferdebahnstraße unter die Lupe. Dort verbrauchen die Beschäftigten beim Duschen jährlich große Mengen Wasser und Energie.

Die drei Auszubildenden entwickelten ein Konzept, das zwei Maßnahmen miteinander verbindet: Durchflussbegrenzer sollen den Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Gleichzeitig könnten Wärmetauscher einen Teil der Wärme aus dem abfließenden Duschwasser zurückgewinnen und für die Warmwasserbereitung nutzbar machen.

Das errechnete Einsparpotenzial ist beachtlich: Rund 14,46 Millionen Liter Wasser und 174.500 Kilowattstunden Energie könnten jährlich eingespart werden. Hinzu kommt eine mögliche Kostenersparnis von rund 110.000 Euro pro Jahr. Ob und in welchem Umfang die Maßnahmen im Zuge der Sanierung umgesetzt werden, ist noch offen.

Gruppenfoto von vier Personen. Einer von ihnen hält eine Urkunde in der Hand.
Erster Platz: Entsorgungsbetriebe Essen
Gruppenfoto
Zweiter Platz: Siemens Energy

Platz 2: Siemens Energy – Elektrowerkzeuge statt Druckluft

Das zweitplatzierte Team von Siemens Energy untersuchte, ob sich pneumatische Werkzeuge in der Produktion durch elektrische Alternativen ersetzen lassen. Denn die Erzeugung und Bereitstellung von Druckluft benötigt Energie. Hinzu kommen Verluste, beispielsweise durch undichte Leitungen.

Die Auszubildenden analysierten sechs Werkzeuge, erfassten deren Druckluftverbrauch und verglichen sie mit technisch geeigneten elektrischen Modellen. Ihre Berechnungen zeigen ein jährliches Einsparpotenzial von rund 1.735 Euro. Die erforderliche Investition von etwa 2.900 Euro könnte sich damit bereits nach rund einem Jahr und acht Monaten amortisieren.

Platz 3: Atlas Copco – Druckluftversorgung nach Bedarf

Auch das Team von Atlas Copco beschäftigte sich mit Druckluft, allerdings mit einem anderen Ansatz. Die Auszubildenden stellten fest, dass der zentrale Kompressor des Unternehmens auch am Wochenende läuft, obwohl dann nur das Kalibrierlabor Druckluft benötigt.

Ihre Lösung: Ein kleinerer Kolbenkompressor könnte das Labor künftig am Wochenende gezielt versorgen. Ergänzend sollen zeitgesteuerte Absperrungen unnötige Druckluftverluste reduzieren.
Nach den Berechnungen des Teams lassen sich dadurch jährlich rund 2.500 Kilowattstunden Strom einsparen. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Planung.

Dritter Platz: Atlas Copco

»Die Energie-Scouts zeigen, welches Potenzial in unseren Auszubildenden steckt.«

Engagement, von dem alle profitieren

Nicht nur die drei ausgezeichneten Projekte überzeugten: Alle sieben Teams hatten ihre Ideen sorgfältig ausgearbeitet und präsentierten ihre Ergebnisse souverän vor der Fachjury. Entsprechend schwer fiel die Entscheidung über die Platzierungen.
„Die Energie-Scouts zeigen, welches Potenzial in unseren Auszubildenden steckt. Sie hinterfragen betriebliche Abläufe, entwickeln gemeinsam Lösungen und erleben, dass ihre Ideen etwas bewirken können. Die Unternehmen gewinnen engagierte Mitarbeitende, die mitdenken und Veränderungen aktiv mitgestalten“, sagt Simone Stachelhaus von der IHK zu Essen.

Auch für die jungen Menschen bietet das Projekt wertvolle Erfahrungen: Sie arbeiten über verschiedene Ausbildungsberufe und Lehrjahre hinweg zusammen, organisieren eigenständig Projekte und lernen, ihre Ergebnisse überzeugend zu präsentieren. Die Unternehmen profitieren gleichzeitig von neuen Perspektiven und konkreten Vorschlägen, um Ressourcen zu schonen und Kosten zu reduzieren.

Die Energie-Scouts sind Teil des bundesweiten Unternehmensnetzwerks Klimaschutz, einer Initiative der IHK-Organisation, die von der DIHK Service GmbH durchgeführt wird. Das Programm wird durch das Bundesumweltministerium gefördert. Die drei regional ausgezeichneten Teams haben nun die Möglichkeit, ihre Projekte für die bundesweite Bestenehrung einzureichen.

Zur diesjährigen Jury gehörten Ilona Dierschke von der Effizienz-Agentur NRW, Stefanie Hamm, Geschäftsführerin der con energy Akademie, Energieberater Peter Lückerath sowie Simone Stachelhaus von der IHK zu Essen. Organisiert und begleitet wurde das regionale Energie-Scouts-Projekt von Heike Doll, IHK zu Essen.

Heike Doll

Verfasst von:
Heike Doll

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