© Innophys Co., LtdInnophys Co., Ltd: Exoskelette für körperliche Entlastung
Das japanische Unternehmen Innophys Co., Ltd. hat im Juni 2025 sein erstes Büro in Deutschland eröffnet. Der neue Standort befindet sich in den Design Offices im Essener Ruhr Tower. Von dem dortigen Büro aus will das Unternehmen die Expansion auf dem europäischen Markt vorantreiben.
Das Start-up entwickelt Exoskelette, die ohne Motoren und Batterien auskommen. Sie unterstützen den Körper bei körperlich anspruchsvollen Bewegungen und sollen Arbeitsprozesse ergonomischer gestalten. Der sogenannte „Muscle Suit“ wird wie ein Rucksack getragen und lässt sich über eine Luftpumpe individuell einstellen. Je nach Luftvolumen kann die Unterstützungsstärke angepasst werden. Zur Anwendung kommen sie unter anderem in der Pflege, der Industrie, der Logistik sowie in der Landwirtschaft.
Von der Idee zum Produkt
Gegründet wurde das Start-up 2013 von Hiroshi Kobayashi. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Tokio, wo die Exoskelette in Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaftliche Universität Tokyo entwickelt und produziert werden.
Ausgangspunkt für die Produktentwicklung waren gesellschaftliche Herausforderungen in Japan: eine stark alternde Bevölkerung sowie der zunehmende Fachkräftemangel in körperlich anspruchsvollen Berufen. „In Japan sehen wir seit Jahren, dass viele Tätigkeiten körperlich belastend sind, während die Belegschaften immer älter werden“, erklärt Masaru Yoda, der den Standort in Essen betreut. Hinzu komme, dass das Land häufig von Naturkatastrophen wie Erdbeben betroffen sei. „In solchen Situationen sind Lösungen gefragt, die auch ohne Strom und komplexe Technik funktionieren“, so Yoda.
»Ziel ist es nicht, Arbeit zu ersetzen, sondern den Körper im Arbeitsalltag zu entlasten.«
Was zeichnet die Produkte aus?
„Es gibt aktive und passive Exoskelette. Bei den aktiven kommen Batterien und Motoren zum Einsatz, bei den passiven nicht“, erklärt Yoda. Innophys habe sich bewusst auf passive Systeme spezialisiert und dafür eine eigene Technologie auf Basis sogenannter künstlicher Muskeln entwickelt. Diese reagieren ausschließlich auf die Bewegung des Trägers. „Die Technik greift nur dann ein, wenn sich der Mensch selbst bewegt. Ziel ist es nicht, Arbeit zu ersetzen, sondern den Körper im Arbeitsalltag zu entlasten“, sagt er.
In den vergangenen Jahren wurde das Produktangebot erweitert und umfasst heute mehrere Modelle für unterschiedliche Arbeitsumfelder.
Warum fiel die Standortwahl auf Essen?
Essen gilt als Zentrum der Gesundheitswirtschaft und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für Pilotprojekte, Netzwerke und Forschung. „Gerade im Gesundheitsbereich sehen wir hier großes Potenzial“, so der Unternehmer. Erste Gespräche mit Kliniken und Pflegeeinrichtungen laufen bereits.
Begleitet wurde der Markteintritt in Deutschland von der Essener Wirtschaftsförderung, die das Unternehmen bei der Standortsuche sowie bei der Vernetzung vor Ort unterstützte.
Entwicklung in den kommenden Jahren
Aktuell leitet Masaru Yoda das Büro in Essen allein. In den kommenden Monaten soll der Standort weiter ausgebaut werden. „Der Aufbau eines Netzwerks braucht Zeit, besonders wenn man neu in einem Land ist“, sagt er. Ziel sei es, die Technologie schrittweise bekannter zu machen. „Exoskelette sind für viele noch etwas Neues. Deshalb ist es uns wichtig, Berührungsängste abzubauen und mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, diese Technologien kennenzulernen“, erklärt Yoda.
Langfristig verfolgt das Start-up das Ziel, Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass Menschen ihre Tätigkeit möglichst gesund und dauerhaft bis zur Rente ausüben können. „Uns geht es darum, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit gleichermaßen zu berücksichtigen“, sagt der Unternehmer. „Arbeiten soll dort möglich sein, wo Menschen ihre Stärken haben und das ohne langfristige körperliche Überlastung.“
»Arbeiten soll dort möglich sein, wo Menschen ihre Stärken haben und das ohne langfristige körperliche Überlastung.«


