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Ganz schön digital 

Wer schön sein will, soll nicht lange suchen. Beautinda führt Kunden und Schönheitsdienstleister zusammen.

Das Schönheits-Date

Hinter der Plattform steht ein Essener Start-up mit großen Plänen. Ein Beauty-Tec-Unternehmen mit Einhorn-Status, und dann noch aus Essen. Das wär’s. Wenn es nach Can Kaplan, Matthias Pyka und Niklas Homann (jeweils 27) geht, soll dieser Traum von der Milliarden-Bewertung Wirklichkeit werden. Dabei wirken die drei Junggründer ganz und gar nicht wie Traumtänzer. „Entweder geht ein Start-up durch die Decke oder nicht“, gibt sich Can Kaplan wenig Verklärungen hin. Welchen Weg Beautinda nimmt, wird sich zeigen. Das im August 2021 gegründete Start-up steht kurz davor, die nächste Stufe zu zünden. Sie soll darüber entscheiden, ob die Sphären exponentiellen Wachstums erreichbar sind.

Die Geschäftsidee jedenfalls klingt simpel wie stimmig. Auf der digitalen Plattform Beautinda – die phonetische Nähe zu einer gewissen Dating-App kommt nicht von ungefähr – finden Beauty-Dienstleister und Menschen, die Wert auf ein gepflegtes und gesundes Äußeres legen, zueinander. Schönheitsfans, die auf der Suche sind nach einer bestimmten Behandlung, zeigt die App die passenden Anbieter im gewünschten Umkreis an. Anmutung und Handhabung erinnern an Dienste wie Lieferando (Vermittlung von Food-Bestellservices) oder Airbnb (Buchung und Vermietung von Unterkünften), die längst zum Alltag vieler dazugehören. Termine können gleich auf der Seite gebucht werden.

Start-Up nimmt Beauty-Artists in den Blick

Ob Mani- oder Pediküre, Zahnaufhellung oder Haarentfernung, Permanent Make-Up oder Ganzkörper-Tätowierung – die Bandbreite der angebotenen Leistungen ist beachtlich. 12.000 Anbieter seien auf der Plattform registriert, beim Großteil handele es sich um „kleine“ Beauty-Artist, Solo-Selbstständige, die mit ihrem Business wachsen, zum Teil (noch) nebenberuflich unterwegs sind. Sie nimmt Beautinda bewusst in Blick, in Abgrenzung zu den großen Salons. „Viele junge Leute möchten in diesem Bereich durchstarten“, erklärt Kaplan. „Sie haben jedoch große Probleme bei der Digitalisierung und der Vermarktung. Hinzu kommt: Vielen hat die Corona-Pandemie die Selbstständigkeit erschwert oder gar zunichtegemacht“.

Auf Beautinda können Beauty-Profis und solche, die es noch werden wollen, „innerhalb weniger Minuten ihr Business digitalisieren“. Die Registrierung ist für sie kostenfrei. „Wir sind überzeugt davon, dass man zunächst etwas gibt, bevor man etwas zahlungspflichtig macht“, betont Kaplan. Zu den „Freemium“-Funktionen gehören unter anderem eine Buchungs- und Bewertungsseite, auf der sich Dienstleister in möglichst aussagekräftigen Bildern und Videos in Szene setzen können, eine Terminmanagement-Software sowie ein Zahlungssystem, das Anzahlungen und Raten ermöglicht.

An Letzterem verdient Beautinda mit, über eine Provision. Zusätzlichen Umsatz generiert das Start-Up über Bezahlfunktionen, die über das Basispaket hinausgehen: Das kann die Verifizierung eines Profils sein oder aber die Schaltung von zielgruppengenau ausgesteuerten Anzeigen in den Sozialen Netzwerken.

Von der Universität ins ruhrHub

Auf die Bedürfnisse und auch die Nöte dieser breiten Beauty-Schar aufmerksam wurde das Unternehmer-Trio während des Masterstudiums an der Universität Duisburg-Essen durch eine Freundin, die als selbstständige Kosmetikerin arbeitete. Dass sie gründen wollen, war den dreien aufgrund ihrer Studienwahl bereits klar: Die gebürtigen Essener Can Kaplan und Matthias Pyka studierten Wirtschaftspsychologie, Entrepreneurship und Unternehmungsgründung bzw. Dienstleistungsmanagement, Niklas Homann eignete sich als Informatiker das technologische Know-how an.

Diese Vielseitigkeit im Team, ihre hervorragenden studentischen Leistungen und nicht zuletzt ihre Geschäftsidee überzeugten andere: Mithilfe eines hochdotierten Gründerstipendiums war es den Jungunternehmern möglich, ihr Start-up aus der Universität heraus zu gründen. In einer ersten Finanzierungsrunde akquirierten sie rund 480.000 Euro.

Internationaler Rollout noch in diesem Jahr

Etwa doppelt so viel versuchen die Initiatoren nun in einer zweiten Runde einzuwerben. Einerseits sind Investitionen in weitere Funktionen geplant, andererseits benötigt Beautinda frisches Kapital für den internationalen Rollout der Plattform. Launches in Österreich, Tschechien oder Ungarn sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

Einher geht das Wachstum mit Arbeitsplätzen, die das Unternehmen in Essen schafft. Zarte zehn an der Zahl sind es derzeit, noch agiert das Start-up aus der Essener Dependance des ruhrHubs heraus. „Zweidrittel von uns kommen aus Essen, hier wurden wir enorm gefördert. Da möchten wir etwas zurückgeben“, kündigt Kaplan an. Wenn es fantastisch läuft, sogar etwas Einhorn-Glanz …

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.beautinda.de

Patrick Torma

Verfasst von:
Patrick Torma

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