© Dr. Kai HüttermannDie Rolle der Exit Readliness beim Unternehmensverkauf
Die Unternehmensnachfolge ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen ihres Berufslebens. Emotionale, familiäre, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte greifen dabei häufig ineinander. Wenn eine interne Lösung nicht möglich ist, stellt der Verkauf des Unternehmens oft den sinnvollsten Weg dar. Gleichzeitig verschärft sich das Marktumfeld zunehmend: Während die Zahl der Senior-Unternehmer*innen auf einem Rekordhoch liegt, hat das Interesse potenzieller Käufer im Zeitverlauf insgesamt abgenommen. Der demografische Wandel wird dieses Spannungsfeld auch künftig weiter verstärken.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die sogenannte Exit Readiness an Bedeutung. Sie beschreibt die frühzeitige, strukturierte Vorbereitung eines Unternehmens auf einen späteren Verkaufsprozess. Ziel ist es, die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Transaktion zu erhöhen, Risiken zu reduzieren und den erzielbaren Unternehmenswert zu optimieren. Ansatzpunkte hierfür sind unter anderem die Festlegung einer geeigneten Transaktionsstruktur, die Identifikation von Wertpotenzialen und Risiken sowie der Aufbau einer konsistenten und belastbaren Datenbasis. Besonders bei familien- oder inhabergeführten Unternehmen ist zudem die enge Verzahnung von privater und unternehmerischer Sphäre zu berücksichtigen
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© Dr. Kai HüttermannIn der praktischen Umsetzung folgt die Exit Readiness einem strukturierten Vorgehen: Nach einer Statusaufnahme und Zieldefinition werden Maßnahmen konzipiert und anschließend umgesetzt. Dieser Prozess wird idealerweise interdisziplinär begleitet und eng mit dem späteren Verkaufsprozess verzahnt. So lassen sich betriebliche, finanzielle, steuerliche und rechtliche Fragestellungen frühzeitig adressieren.
Die Exit Readiness wird dem gewöhnlichen Verkaufsprozess vorangestellt und wirkt sich tiefgreifend auf die Phasen des nachfolgenden Verkaufsprozesses aus. Durch gezielte Vorbereitung bereits vor dem Start des eigentlichen Verkaufsprozesses wird die Prozesseffizienz deutlich erhöht. So bildet die erstellte Datenbasis die ideale Grundlage für die Festlegung der finalen Verkaufsstrategie sowie für die Erstellung wesentlicher Verkaufsunterlagen, wie etwa des Teasers oder des Information Memorandums. In der Due Diligence können zeitliche Verzögerungen oder der Abbruch von Verhandlungen infolge von Informationslücken oder unerwarteten Erkenntnissen vermieden werden. Gleichzeitig wird das Management während des Prozesses entlastet und kann sich weiterhin auf das operative Tagesgeschäft konzentrieren. Nicht zuletzt stärkt eine gute Vorbereitung die Verhandlungsposition und erhöht die Attraktivität des Unternehmens für potenzielle Käufer – mit positiven Effekten auf die Unternehmensbewertung.
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AURICON ist ein auf Unternehmenskäufe sowie -verkäufe spezialisiertes Beratungsunternehmen und bietet maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Transaktionsvorhaben – entweder ganzheitlich während des gesamten Transaktionsprozesses oder auch punktuell bei der Transaktionsvorbereitung, während der laufenden Transaktion mit Due Diligence-Leistungen und Unternehmensbewertungen sowie im Anschluss an die Transaktion mit der Durchführung der Purchase Price Allocation oder der Post Merger Integration.
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Autor des Artikels:
Dr. Kai Hüttermann, Partner und Geschäftsführer von AURICON
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