Mathildenhof: Vom leerstehenden Fabrikgelände zum hellen Arbeitsort
Wer heute durch die hell ausgestatteten, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten des Mathildenhofs in Essen geht, kann kaum erahnen, dass sich hier einst dunkle Fabrikhallen mit rohen Mauern befanden.
»Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man auch gerne wohnen würde.«
Entdeckt wurde der heutige Mathildenhof 2012 vom Geschäftsführer Arno Sousa, als er für seine eigene Firma und eine Bürogemeinschaft einen neuen Standort suchte. Zu diesem Zeitpunkt war das Anwesen einer ehemaligen Wurstfabrik bereits seit 11 Jahren stillgelegt. „Als ich mir damals die Gegebenheiten angeschaut habe, habe ich gesehen, welches Potenzial in diesem Ort steckt. Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man auch gerne wohnen würde“, erinnert sich Arno Sousa. Schließlich konnte er den Architekten Thomas Hannemann von seiner Vision überzeugen und wagte den Umbau, der sich über rund zweieinhalb Jahre zog. Dicke Wände, ehemalige Kühlräume ohne Fenster und alte Dämmmaterialien mussten zurückgebaut werden, um Licht und Offenheit in die Räume zu bringen. Heute erinnern nur noch vereinzelte unverputzte Wände und alte Fliesen an die Vergangenheit. „Die verbliebenen Spuren erinnern daran, was dieser Ort einmal war“, sagt er.
Echte Begegnung in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt
Der Mathildenhof ist auf rund 60 Arbeitsplätze ausgelegt. Neben Coworking-Arbeitsplätzen stehen Konferenz- und Meetingräume in unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch Videocall-Boxen, ein Atrium als offene Veranstaltungsfläche und drei Sonnenterrassen, die es ermöglichen, Pausen im Freien zu verbringen oder Arbeit bewusst nach draußen zu verlagern.
Über die räumliche Ausstattung hinaus, prägt vor allem das soziale Miteinander die Atmosphäre. Begegnung entsteht hier nicht nur im Arbeitskontext, sondern auch im Alltag. Die gemeinschaftlich genutzte Küche ist ein zentraler Ort dafür: „Oft kommen hier Menschen ins Gespräch, die sich gar nicht kennen“, so der Unternehmer. „Der freundliche und respektvolle Umgang miteinander ist genau das, wofür der Mathildenhof steht.“
Besonders stolz machen ihn die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer, die den Mathildenhof als Ort erleben, der sich vom klassischen Arbeitsumfeld unterscheidet.


Nachhaltig gedacht
Nachhaltigkeit ist im Mathildenhof fest verankert. Geschäftsführer Arno Sousa ist bewusst, dass sich ein Gebäude dieser Art nicht vollständig CO₂-neutral betreiben lässt. „Umso wichtiger ist es, im Rahmen der Möglichkeiten verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen“, sagt er.
Im Alltag zeigt sich dieser Anspruch unter anderem durch den konsequenten Einsatz von Mehrwegsystemen im Haus. Fahrradstellplätze vor dem Gebäude sollen Nutzerinnen und Nutzern einen Anreiz geben, auf das Auto zu verzichten. Zudem steht vor Ort ein Fahrrad zur Verfügung, das man bei Bedarf in den Pausen nutzen kann.
Auch baulich wurde auf ressourcenschonende Konzepte geachtet. Das Gebäude nutzt aktive und passive Lüftungssysteme und kommt weitgehend ohne klassische Klimatisierung aus. Ein Gründach trägt zusätzlich zu einem ausgeglichenen Raumklima bei und unterstützt einen energiearmen Betrieb.
Seit dem neuen Jahr gibt es den sogenannten „Green Friday“. An Freitagen können Interessierte Flex-Arbeitsplätze zu einem reduzierten Preis buchen. „Damit möchten wir vor allem Stress reduzieren“, erklärt Sousa. „Gerade freitags arbeiten viele im Homeoffice, haben dort aber nicht immer die idealen Bedingungen, zum Beispiel, wenn mehrere Personen gleichzeitig von zu Hause aus arbeiten. Der Green Friday bietet hier eine flexible Alternative.“
Zentrale Lage in Essen
Der Mathildenhof liegt zwischen Rüttenscheid und dem Essener Südviertel. Die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie kurze Wege zu Gastronomie und die Nähe zur Innenstadt machen den Standort attraktiv. „Rüttenscheid und das Südviertel stehen für ein lebendiges Umfeld, das gut zur Leitidee des Mathildenhofs passt, da hier Austausch, Begegnung und gemeinsames Arbeiten im Mittelpunkt stehen“, so Sousa.
»Rüttenscheid und das Südviertel stehen für ein lebendiges Umfeld, das gut zur Leitidee des Mathildenhofs passt, da hier Austausch, Begegnung und gemeinsames Arbeiten im Mittelpunkt stehen.«
Ausblick
Künftig ist eine Umgestaltung des Innenhofs geplant, der durch zusätzliche Gestaltungselemente und mehr Licht aufgewertet werden soll. Auch in den Coworking-Bereichen sind Veränderungen vorgesehen: Dort sollen upgecycelte Elemente eingesetzt werden, um neue gestalterische Akzente zu setzen. „Ich habe Arno noch nie ohne neue Ideen erlebt“, lacht Dina Sterzenbach, Marketingberaterin des Mathildenhofs. „Er hat immer die nächste Inspiration im Kopf und verliert dabei auch die kleinen Details nicht aus dem Blick.“
Der Mathildenhof Essen zeigt wie ein Coworking Space ein Ort für Begegnung und kreatives Arbeiten sein kann. Die ehemalige Wurstfabrik wurde zu einem modernen Arbeits- und Begegnungsort mit Wohnzimmeratmosphäre und Sinn für Ästhetik umgestaltet.


