© iStock

Region

Destinationsmanagement in der Metropole Ruhr

Eine wahre Mammut-Aufgabe – vergleichbar mit der Zusammensetzung eines 1.000-Teile-Puzzles: Alle einzelnen Bildausschnitte sind bereits vorhanden und einzeln zu erkennen, doch erst durch das Zusammenfügen dieser Einzelteile entsteht für den Betrachter ein vollständiges Bild. Technisch, inhaltlich und organisatorisch ist das Vorhaben vom ersten Schritt an sehr komplex – die touristischen Angebote der 53 Städte der Metropole Ruhr digital zu bündeln, bedeutet neben dem Erfassen von Daten ebenso die Schulung der Partner auf kommunaler Ebene sowie die Begleitung der Anbindung von Leistungsträgern vor Ort.

Touristische Angebote der 53 Städte der Metropole Ruhr

Anschließend steht das Bereitstellen all dieser Datenströme sowie die Steuerung einer intelligenten Distribution der Informationen im Fokus. Dadurch wird die Sichtbarkeit des touristischen Angebots der Region auf der digitalen Landkarte gewährleistet und die Informationen, Medien und Daten für Gäste leichter zugänglich gemacht. Regionale Synergien und Potenziale können so außerdem gezielter und effizienter ausgeschöpft werden.

Das Prinzip hierbei ist denkbar einfach: Integriert man das breit gefächerte Angebot einer so großen Destination mit all seinen Informationen in eine einzelne verknüpfte Datenbank, ermöglicht dies den Nutzerinnen und Nutzern, mit wenigen Klicks oder Sprachanfragen auf schnellstmöglichem Wege die gesuchten Informationen sowie Inspirationen zu finden.

© iStock
Das Ruhrgebiet hat touristisch viel zu bieten.

Digitale Modelldestination Nordrhein-Westfalens

Die Entwicklung und Umsetzung einer digitalen Modellregion ist eng mit der Landestourismusstrategie verzahnt. Ziel ist der Aufbau einer zentralen Datenbank auf Basis einheitlicher Datenstandards sowie die Möglichkeit der Bereitstellung dieser. Darüber hinaus ist der Austausch von Daten auf Landes- und Bundesebene ein weiteres Kernziel des Projektes. Der deutschlandweite Datenstandard „Tourism Domain Specifications“, basierend auf der einheitlichen Auszeichnungssprache Schema.org, wird zukünftig als Auszeichnung aller Datensätze aus touristisch relevanten Schwerpunkt-Bereichen verwendet. Datensätze zu vielen verschiedenen touristischen Themen wie POIs, Touren, Gastronomie oder Angeboten werden hier gebündelt, veredelt und distribuiert. Zudem können sämtliche Datensätze mit verschiedenen Medientypen verknüpft werden. Durch die Auszeichnung nach Schema.org werden ausgespielte Daten maschinenlesbar und können so von Suchmaschinen wie etwa Google oder Sprachassistenten wie Alexa oder Siri gelesen werden. Genauso entscheidend sind in diesem Zusammenhang touristische Internetplattformen wie „Tripadvisor“ oder „Get Your Guide“. Diese sind zu unumgänglichen Playern der touristischen Lieferkette avanciert, insbesondere in der Inspirations- und der Planungsphase – zu Hause und vor Ort. Sie sind nicht nur touristische Suchmaschinen und  Bewertungsportale, sondern auch Inspiratoren, die mit intelligenten Algorithmen passgenaue Empfehlungen und Tipps für ihre Nutzerinnen und Nutzer bereithalten.

Leuchtturm statt Kirchturm

Das digital-touristische Leuchtturmprojekt der „Digitalen Modelldestination Nordrhein-Westfalen“ ist ein Meilenstein in der touristischen Entwicklung der 53 Ruhrgebietsstädte und trägt zur Stärkung des Destinationsmanagements bei – hin zur Metropole Ruhr als einer Gesamtdestination. Für Touristen aber auch für Einheimische, die sich ebenfalls digital informieren.

Gemeinsam mit den Partnern Tourismuszukunft und Hubermedia wurden bereits zahlreiche Workshops und Informationsveranstaltungen mit interessierten Städten und Leistungsträger*innen aus der Region von der RTG durchgeführt. Weitere werden folgen, um eine große Zahl an Partner*innen zu erreichen und eine flächendeckende Abbildung der Region auf dem Digital-Reisemarkt zu erreichen.

Zudem bietet die Datenbank die Möglichkeit, dass sich jeder interessierte Partner aus der Region, der Inhalte bedienen kann. So können bspw. Beherbergungsbetriebe einfach und komfortabel über umliegende Museen, Radrouten oder Restaurants informieren, ohne dies selber aufwendig recherchieren zu müssen. Mit einem einfachen Widget sind all diese Informationen mit wenigen Handgriffen in die eigene Webseite integriert.

Und damit sowohl Touristen als auch Einheimische bei dem vielfältigen touristischen Angebot der Region den Überblick nicht verlieren, entwickelt die Ruhr Tourismus derzeit einen Digitalen Reiseführer, über den man sich künftig nicht nur Inspiration sondern auch eigens nach seinen Vorlieben konfigurierte Ruhrlaubstage erstellen lassen kann.

Yvonne Schumann

Verfasst von:
Yvonne Schumann

Zur Artikelübersicht

nach oben