Zwei Auszubildende, die Ausbilderin und der Leiter der Margarethe Krupp-Stiftung

Beitragsbild: IHK zu Essen/ Christian Hövelmann

Unternehmen

Ausbildung mit Perspektive – wenn Azubis selbst zu Botschaftenden werden

Wie aus einem Azubi ein Ausbildungsbotschafter wird: Tim Schoß berichtet von seinem Weg zur Ausbildung, seinen Erfahrungen als Immobilienkaufmann und davon, warum persönliche Einblicke Jugendlichen bei der Berufsorientierung helfen können.

Ein Ausbildungsberuf mit vielen Seiten

1906 gründete Margarethe Krupp eine Stiftung mit dem Ziel, bezahlbaren und zugleich komfortablen Wohnraum zu schaffen. Aus dieser Idee ist die heutige Margarethe Krupp-Stiftung entstanden, die Tradition mit modernen Anforderungen verbindet. „Bewahren und entwickeln“ lautet dabei bis heute der Grundsatz.

Ein Ausbildungsberuf mit vielen Seiten

Ein Grundsatz, der auch bei der Suche nach Nachwuchskräften eine Rolle spielt. Denn wer Wohnraum verwaltet, modernisiert und weiterentwickelt, braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Die Margarethe Krupp-Stiftung bildet deshalb Immobilienkaufleute aus – ein Beruf, der weit mehr umfasst als das klassische Bild von einer Maklerin oder einem Makler. Vermietung, Verwaltung und Bewirtschaftung gehören ebenso dazu wie kaufmännische Aufgaben, Instandhaltung und Modernisierung.
Einer, der diesen vielseitigen Beruf gerade selbst kennenlernt, ist Tim Schoß. Er absolviert seine Ausbildung im dritten Ausbildungsjahr und erhält dabei Einblicke in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche der Immobilienbranche. Auf die Stiftung wurde er über eine Empfehlung im privaten Umfeld aufmerksam. Besonders angesprochen hat ihn die Mischung aus kaufmännischen Aufgaben und dem Kontakt zu Menschen: „Ich habe nach einem Beruf gesucht, bei dem ich im Arbeitsalltag viel mit Menschen zu tun habe.“

© IHK zu Essen/ Christian Hövelmann
Linda Goris und Auszubildender Tim Schoß

Vom Azubi zum Ausbildungsbotschafter

Nach seinem Abitur hätte für Tim Schoß auch ein Studium infrage kommen können. Stattdessen entschied er sich bewusst für eine Ausbildung. Orientierung gab ihm unter anderem eine persönliche Berufsberatung während seiner Schulzeit. Diese Erfahrung ist heute ein Grund dafür, warum er selbst als Ausbildungsbotschafter aktiv ist. Denn Tim weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, nach der Schule den passenden Weg zu finden.
Heute gibt er seine Erfahrungen nicht nur im Unternehmen weiter, sondern auch vor Schulklassen. Als Ausbildungsbotschafter berichtet er Jugendlichen von seinem

Ausbildungsalltag, seinem persönlichen Weg und davon, was hinter dem Berufsbild des Immobilienkaufmanns steckt.
„Ich war damals selbst in einer ähnlichen Situation“, sagt er. Die eigene Erfahrung habe ihm gezeigt, wie hilfreich es sein kann, wenn jemand aus erster Hand von seinem Weg erzählt. Genau das möchte er heute selbst tun: nicht nur einen Beruf vorstellen, sondern den Jugendlichen einen persönlichen Einblick geben und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen nach der Schule offenstehen.

»Ich denke, es ist ein Riesenvorteil, dass man einen ganz anderen Draht zu den Menschen hat.«

Begegnung auf Augenhöhe

Für Tim Schoß liegt eine besondere Stärke der Ausbildungsbotschaftenden darin, dass sie den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen. „Ich denke, es ist ein Riesenvorteil, dass man einen ganz anderen Draht zu den Menschen hat.“ Schließlich ist der Abstand zu den eigenen Schuljahren noch nicht groß. Dadurch könne er nicht nur erklären, wie eine Ausbildung aussieht, sondern auch nachvollziehbar machen, wie man überhaupt zu einer solchen Entscheidung kommt.
Gerade der geringe Altersunterschied macht den Austausch für ihn besonders. Während bei einer erwachsenen Person, etwa einer Ausbilderin oder einem Ausbilder vielleicht zunächst eine gewisse Distanz entstehen könne, sei der Kontakt zwischen ihm und den Schülerinnen und Schülern oft lockerer. „Wenn man als gleich oder ähnlich alte Person dahin kommt, gestaltet sich das Ganze auch ein bisschen lockerer und nicht so gezwungen“, beschreibt Tim Schoß seine Erfahrung. Er könne dadurch leichter ins Gespräch kommen und auch persönliche Erfahrungen teilen, die für die Jugendlichen unmittelbar nachvollziehbar seien.

Eine neue Rolle – auch als Azubi selbst

Die Einsätze sind dabei nicht nur für die Schülerinnen und Schüler eine Erfahrung. Auch er selbst hat durch seine Tätigkeit als Ausbildungsbotschafter viel gelernt. Vor einer Gruppe zu sprechen, frei zu präsentieren und auf unbekannte Menschen zuzugehen, fällt ihm heute leichter als bei seinen ersten Einsätzen.
Besonders spannend ist für ihn der Rollenwechsel: „Im Betrieb lernt man von Leuten, die viel mehr Ahnung haben.“ In der Schule sei es plötzlich umgekehrt. Dort steht er vorne, beantwortet Fragen und vermittelt Wissen aus seiner eigenen Erfahrung.
Genau dieser Perspektivwechsel macht die Tätigkeit für ihn besonders wertvoll. Ausbildungsbotschafter und -botschafterinnen zeigen jungen Menschen nicht nur, welche Berufe es gibt. Sie erzählen ihren eigenen Weg – mit Unsicherheiten, Entscheidungen und Erfahrungen. Und dadurch entsteht genau das, was Berufsorientierung leisten soll: ein realistischer Einblick und der Mut, den eigenen Weg zu beginnen.

Ausbildung gemeinsam gestalten

Die duale Ausbildung eröffnet jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten für ihren Start ins Berufsleben. Als IHK zu Essen setzen wir uns dafür ein, jungen Menschen diese Chancen aufzuzeigen und Unternehmen bei der Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses zu unterstützen. Dabei unterstützen wir nicht nur Ausbildungsbetriebe bei der Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte, sondern bilden auch selbst aus.
Ein wichtiger Bestandteil unseres Ausbildungsmarketings ist das Projekt „Ausbildungsbotschaftende“. In diesem Jahr nehmen erstmals auch eigene Auszubildende der IHK zu Essen daran teil. Sie besuchen Schulklassen, berichten aus ihrem Ausbildungsalltag und zeigen Schülerinnen und Schülern, welche Möglichkeiten ihnen nach der Schule offenstehen.
Damit die jungen Botschafterinnen und Botschafter gut auf ihre Einsätze vorbereitet sind, werden sie von uns gezielt geschult und begleitet. Dabei lernen sie unter anderem, sicher vor Gruppen aufzutreten, ihre Erfahrungen authentisch zu vermitteln und auf Fragen der Jugendlichen einzugehen.
Das Projekt lebt vom Engagement der Ausbildungsbetriebe und ihrer Auszubildenden und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen direkt an Jugendliche weiterzugeben.

Weitere Informationen

Interesse geweckt? Werden auch Sie Ausbildungsbotschafter-Betrieb und begeistern Sie junge Menschen für Ihren Ausbildungsberuf. Sabine Keller informiert Sie gerne über das Projekt und begleitet Sie auf dem Weg zur Teilnahme.
Ansprechperson: Sabine Keller
Ausbildungsbotschaftende NRW
sabine.keller@essen.ihk.de
Tel.: 0201 1892-179

Leana Piria

Verfasst von:
Leana Piria

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