Stefan Kaul, Zentrumsleiter & Vorstandsvorsitzender und Sophia Schmidt-Dahlen, stv. Zentrumsleitern & Prokuristin

Beitragsbild: Triple Z AG/Yannik Willing

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3 Fragen zum Triple Z

Das ZukunftsZentrumZollverein Aktiengesellschaft zur Förderung von Existenzgründungen - Triple Z - Im Interview mit Stefan Kaul, Zentrumsleiter & Vorstandsvorsitzender, & Sophia Schmidt-Dahlen, stv. Zentrumsleiterin & Prokuristin

Was sind die Aufgaben des Triple Z?

Stefan Kaul:
Triple Z ist das Gründungs- und Unternehmenszentrum in Essen. Fährt man auf das Gelände in Katernberg, findet man sich auf einem Campus aus historischen Zechengebäuden der Zeche Zollverein, Schacht 4/5/11 wieder, in denen sich seit 1996 rund 500 Unternehmen angesiedelt haben.

Dabei sind die Räumlichkeiten so unterschiedlich wie die Branchen der aktuell 100 ansässigen Unternehmen: vom 10 m²-Büro bis zur 200 m² großen Produktionshalle und vom Anlagenbauer über Startups aus dem Gesundheits- und Technologiesektor bis hin zum klassischen Dienstleister und Handwerksbetrieb reicht das Spektrum.

Die Förderung von Existenzgründungen ist unsere in der Satzung seit 1996 festgehaltene Aufgabe. Und diese erfüllen wir zum Beispiel, in dem wir flexible Mietkonditionen anbieten und die Preise so gestalten, dass sich auch junge Unternehmen die ersten „eigenen vier Wände“ leisten können – ohne dabei ein zu großes Risiko einzugehen.

Dabei sind wir so flexibel, wie es auch Unternehmerinnen und Unternehmer insbesondere nach der Gründung sein müssen: Bei uns kann man Flächen dazu mieten oder abgeben, wenn sich der Plan verändert. Die Adresse bleibt auch bei Umzügen auf dem Gelände immer die gleiche. Ein nicht zu verachtender Vorteil, denn wer möchte wegen ein paar m² mehr alles umändern – von der Visitenkarte bis zur Handelsregistereintragung einer GmbH?

Nach der Gründung am Küchentisch und dem Ausprobieren in Co-Working-Spaces bieten wir so die Möglichkeit für das erste eigene Büro – ein ganz wichtiger Meilenstein, denn ein professionelles Unternehmen benötigt ein professionelles Umfeld.

Sophia Schmidt-Gahlen:
Neben flexiblen räumlichen Möglichkeiten in einem inspirierenden, industriehistorischen Umfeld unterstützen wir Unternehmensgründungen insbesondere, indem wir mit den Unternehmerinnen und Unternehmern im regelmäßigen Austausch sind. Wir suchen aktiv das Gespräch – sei es beim Mittagessen im Bistro, dem Interview, das wir mit allen neuen MieterInnen für Newsletter und Blog führen, dem Gang über den Campus oder dem gezielten Anruf, wenn wir uns schon länger nicht mehr gesehen haben. So können wir bei Bedarf mit dem richtigen Netzwerkkontakt oder dem benachbarten Unternehmen vernetzen, wodurch schon einige Kooperationen entstanden sind.

Der regelmäßige Austausch auch unter den Unternehmen selbst wird von uns unterstützt. Wenn wir eine Neuvermietung abgeschlossen haben, laden wir die Unternehmerinnen und Unternehmer zum Beispiel zum monatlichen Austausch ein. Insbesondere für alle EinzelunternehmerInnen, die keinen Sparringspartner in Team oder Familie haben, ist das ein wertvoller Termin. Denn man kann in einem geschützten Raum erzählen, was gerade gut läuft (und alle freuen sich mit einem), oder man berichtet, wo gerade der Wurm drin ist – und erhält wertvolle Tipps von jenen, die das Problem schon erfolgreich gelöst haben. Die Kraft dieses Austausches, auch für Innovation und Kollaboration, ist wirklich beachtlich!

Der Austausch bietet für uns auch die Möglichkeit, passende Workshops zu relevanten Themen anzubieten – für alle Triple Z-Unternehmen. Wenn wir Expertise beim Thema Förderungen, Steuern, Recht oder zur Gründung benötigen, arbeiten wir mit unseren Partnern und ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmern zusammen. Viele erfolgreiche Gründungen sind in der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Startercenter der IHK gelungen.

Wie setzt sich die Arbeit mit der IHK zusammen?

Sophia Schmidt-Gahlen:
Wir bekommen viele Anfragen von Ratsuchenden, die im Gründungsprozess – oder kurz davor – Informationen benötigen. Das können ganz grundsätzliche Fragen zum Beispiel zum Businessplan sein, oder auch spezielle, zum Beispiel zu Genehmigungen für verschiedene Gewerbe. Unabhängig vom vierteljährlichen Sprechtag mit IHK und EWG stellen wir den Kontakt zum Startercenter für ein persönliches Gespräch her. Darüber hinaus empfehlen wir immer die Seminare und Workshopangebote, die die IHK regelmäßig anbietet.

Zudem freuen wir uns, dass die Hauptgeschäftsführerin, Kerstin Groß, seit letztem Jahr Mitglied unseres Aufsichtsrates ist. Damit kann die Zusammenarbeit in Zukunft noch mehr ausgestaltet werden.

Gutes Stichwort: Was wünschen Sie sich für die Zukunft und den Standort?

Stefan Kaul:
Zuallererst wünschen wir uns natürlich eine weiterhin hohe Entwicklungsdynamik mit innovativen Gründenden und Startups! Spannende Unternehmen, die in Zukunft ihren Unternehmensstandort auf Schacht 4/5/11 haben, benötigen eine entsprechende Infrastruktur – und das ist nicht nur schnelles Internet, was durch die campusweite Vernetzung mit Glasfaser bereits umgesetzt ist.

Da dies kein Selbstläufer ist, arbeiten wir laufend an technischen Optimierungen. Die Herausforderungen liegen dabei vor allem bei der Deckung des steigenden Energiebedarfs – auch von energieintensiven Startups – aus regenerativen Energien, allen voran Photovoltaik, und der Ladeinfrastruktur. Dazu wünschen wir uns Unterstützung, insbesondere Deregulierung seitens des Gesetzgebers.

Sophia Schmidt-Gahlen:
Auch in Zukunft werden die seit vielen Jahren bestehenden guten Kontakte zur IHK, den Universitäten und Hochschulen, aber auch mit den Akteuren im Startup- und Gründerökosystem weiter gepflegt.

Wir wünschen uns, dass die Zusammenarbeit und die gegenseitige Ergänzung in Punkto (Beratungs-)Angebote im Sinne der Gründerinnen und Gründer auch in Zukunft weiter dynamisch und zielführend ist.

Josephine Stachelhaus

Verfasst von:
Josephine Stachelhaus

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